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DOCUMENTS
80,
81
OCTOBER 1900
80.
Mileva Maric
to
Helene Kaufler
Katy b/Neusatz
[before
9
October
1900][1]
Mein liebstes
Helenchen!
[...]
Ich werde über den Winter wieder nach
Zürich[2]
ebenso
Albert;
wir freuen
uns
unbändig
auf einander. Er schreibt mir sehr
oft,
ist
recht
lustig
wie
gewöhnlich.
Er lässt Dich auch immer
grüssen
und
erkundigt
sich wie
es
Dir
und Deinen lieben Schwestern
gehe.
Denkst Du
noch
an
seine
Wahrsagerei?[3]
Jetzt wirst Du bald
Gelegenheit
haben, seine frevlen
Reden durch Taten
zu
widerlegen!
So ein
übermütiger
Kerl,
und doch habe
ich
ihn
so
gern!
Aber
Du,
Liebe,
bist
uns
deswegen
auch beiden
gut,
ich weiss
es
schon.
[...]
Miza.
ALS
(Prof.
Milan
Popovic,
Belgrade).
[1]
Dated
by
the
reference in
the
following
letter
to
Maric's
arrival
in
Zurich.
[2]
For Maric's
plans,
see
Doc.
75,
note
5.
[3]
For
another reference to
Einstein's
prophecy, see
the
following
letter.
81.
To
Helene
Kaufler
Zürich
Donnerstag.
[11
October
1900][1]
Liebes
Fräulein
Kaufler!
Also doch!
Ich
gratuliere
Ihnen herzlich
zu
Ihrem Glück und
zu
Ihrem
Entschluß
und
wünsche
Ihnen
alle
Glückseligkeit,
die sich ein
Mädchen
er-
träumt.[2]
Auch
mögen
meine
Kartenschlägereien
nicht
in
Erfüllung gehen,
das versteht
sich,
sondern
Sie
sollen
ein
flinkes,
tüchtiges
Hausmütterchen
werden, ihm
zum
Glück
&
allen
zum Beispiel.
Ich
werd Ihnen schon
einmal,
wenns
der
liebe
Gott
nicht anders
im
Sinn
hat,
ins
Nestchen
gucken
&
mich
mit der
Gewissenhaftigkeit
einer alten
Base[3]
von
allem
überzeugen
&
meine
kritischen
Blicke
herumschießen
lassen.
Mein Dockerl
ist
vorgestern
sammt
ihrer
Schwester[4]
hier
eingetroffen,
so
daß
ich wie
immer den
ganzen Tag
bei
ihr
stecke.
Wir haben beide keine
Stelle bekommen[5]
und leben
von
Privatstunden-wenn wir
nur
welche auf-
gabeln
können,
was
aber noch sehr
fraglich ist.[6]
Ist das nicht
ein
Handwerks–
burschen- oder
gar Zigeunerleben?
Ich
glaub
aber,
daß
wir
jedenfalls
recht
vergnügt
dabei
sein
werden
wie
immer.
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