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DOCUMENT
106 MAY 1901
bist
ja angefragt
worden und hast
zugesagt.
Oder,
wollte
man
Dir noch einmal
schreiben?
Und
so
gerne
hast Du Dein
Doxerl,
und
so
Sehnsucht hast nach
ihr! Wie
freut
sie sich
immer mit Deinen
Briefchen,
die
voller heisser Liebe
sind,
und
die
ihr
zeigen,
dass Du wieder ihr lieber
Schatz
bist,
von
früher her und
Gotterl!
was
hat
sie
Dir für schöne
Putzerline[6]
aufbewahrt!
Wie freue ich
mich auf den
Sonntag! jetzt
sind
nur
noch
2 Tage
bis
dahin.
also verschlafe Dich nicht
Es erwartet
Dich mit Tausend Freuden Dein
geplagtes
Toxerline.
ALS
(CLE).
[1]
Dated
by
the
reference to
her forthcom-
ing
trip
with
Einstein.
[2] Doc.
102.
[3] Doc.
103.
[4] Lake Como.
See
Doc.
102,
note
2.
[5] Einstein
was
awaiting
word
on a
position
in
Winterthur
(see
Doc.
101).
[6]
See
Doc.
61,
note
2.
106.
To Mileva
Maric
Winterthur,
Donnerstag
Abend.
[9 May
1901][1]
Liebes Miezchen!
Dir
soll
mein
erster
Gruß
von
hier
aus
gehören,
Liebe.
Jetzt laß Dir
zuerst
erzählen,
was
ich seit
unserer Trennung
erlebte.[2]
Erst
ging
ich ins
Hotel
Limmathof,[3] wo es
keinen Platz für mich
gab,
nachdem
man
mich
in
meinem
dubbiosen
Aufzug von
Kopf
bis
Fuß
gemustert
hatte. Dann
ging
ich ins
Hotel
Central,
wo man
mir mit
knapper
Not
gegen
Vorausbezahlung
von
2,50 fr.
Unterschlupf gewährte.
Frau
Hägi[4]
empfing
mich heut
Früh
sehr freundlich
und haff mir mein
Köfferchen
einpacken
und wollte mir mit aller Gewalt
etwas
zum
Essen
aufdrängen.
Sie ist
doch
besser,
als
wir
dachten. Der alte
Stern[5]
freute
sich
sehr über meinen Ruf
hierher,
&
Mayers Sohn,
der das
Bergfach
studiert
hat,
befindet
sich
in
Ostsibirien[6]
an
einem
Ort,
wo
in einer
bestimmten
Tiefe
der Boden das
ganze
Jahr
gefroren
bleibt
& im
Winter
zuweilen bis 50° unter
Null
herrschen.-Mit
einem der
Jünglinge
in
der Bahn-
hofstraße
ich
darauf
im
Orsini
zu
Mittag
&
segelte um 3
Uhr
nach Winter-
thur
ab.
Vor dem Bahnhof traf
ich
gleich Rebstein,[7]
welcher mir für
10
Uhr
morgen
im
Technikum
ein
Rendez-vous
bestimmte,
damit
ich ein
bischen
sehe,
wie ich
zu
unterrichten habe. Ich
freue
mich sehr auf
meine
Thätigkeit.
Rebstein
sagte
mir,
daß
er
selbst
an
mich dachte und daß mich
Amberg[8]
und
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