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DOCUMENT
58
OCTOBER
1899
Sonntag bringe
ich
meine Schwester nach
Aarau[3] & treffe
noch
am
selbigen
Tage
in
Zürich
bei
meiner
geliebten
Exhausfrau
ein,[4]
die
mir auf
eine
Karte
simplemang
keine Antwort
gegeben
hat,
in
der
ich sie
anzufragen
wagte,
ob
es
in ihrer
"unerforschlichen Vorsehung"
liege,
mich
irgendwo
anders
einzuquartieren.
So
muß
ich
armes
Postpaket
halt
warten,
bis
man
mich über
den
Ort meiner
Bestimmung
aufklärt.-Wenn
ich
so
dran
denke,
wie sie
jetzt
in der
Arbeit
stecken,
da schmilzt mein Groll
wegen
Ihres Nichtschreibens
wie
Wachs
zusammen.
Sie
Arme,
Sie
habens
eigentlich
viel
härter,
als ich
letztes
Jahr, weil Sie
so
allein
sind!
Doch
halt-ich
sehe
Sie
schon lächeln
über meine Trösterei
&
denken:
Aus
so
etwas
macht
sich ein
Dockerl
wenig;
das
weiß
allein,
was es
will
und kann &
hats schon öfters
bewiesen.
Jetzt aber
was
Schöneres-ich meine natürlich
unsre
Haushaltung.
Da
wirds wieder
nett
werden. Ich
bring
ein
paar prächtige
Leckereien
mit
von
Mama, die
mir
dazu
versprach, uns
auch
öfters
was
in
die
Haushaltung
zu
schicken:
direkt Plattenstr.
50.[5]
Holen
Sie
doch einstweilen Helmholtz'
elektromagnetische
Lichttheorie![6]
Ich hab schon recht
Hunger
danach.
Ich
habe hier
viel
studiert
&
meine
Überlegungen
über das Studium der
Elementargesetze
der Thermoelektrizität
beendigt.[7]
Auch hab
ich eine
Methode
von
großer
Einfachheit
ausgedacht,
um zu
entscheiden,
ob
die
latente
Wärme in
Metallen[8]
auf
Bewegung
der
ponderabeln
Materie oder der
Elektrizität zurückzuführen
ist,
bez.
ob
ein
elektrisch
geladener Körper
eine
andere
spezifische
Wärme hat als
ein
ungeladener.[9]
Alle diese
Fragen hängen
mit der
Analyse
des
Thermoelements
zusammen.
Die Methoden sind sehr
einfach auszuführen
&
bedürfen keines
Apparates,
das
uns
nicht ohne
Weiteres
zur
Verfügung
stünde.[10]
[3]
Maja
Einstein
was
entering
a
school in
Aarau
(see
the
preceding
letter, note
6).
[4]
Stephanie
Markwalder.
[5]
Maric's
residence
at
the Pension
Engel-
brecht.
[6] Helmholtz
1897
(see
the
preceding
letter).
[7]
See,
e.g.,
Müller-Pouillet
1888-1890,
chapter
7,
and Braun
1893,
pp.
387-410,
for
contemporary
accounts
of
thermoelectricity.
[8]
It
seems
likely
that "latente Wärme"
refers to
what Einstein called
"die
latente
kinetische
Energie
der Wärme"
in
Doc.
93; i.e.,
to
the so-called internal kinetic
energy
of
a
body
(see
Doc.
37,
note
34).
The
phrase
"latente Wärme
in
Metallen"
suggests
that
Einstein
was
not
referring
to
the
latent
heat
of
phase
change,
of volume
change, or
of
pressure change,
all
concepts
used
in
con-
temporary
literature
(see, e.g.,
Bryan 1903, pp.
75, 76).
[9] If "latente Wärme"
refers to
the kinetic
energy
of the constituents of
a body (see
note
8),
then
contemporary
ideas about the
pre-
sence
of
free,
"substantive" electrical
charge
carriers
in
metals
(see, e.g.,
Riecke
1898)
might
have
suggested
that such
charge
carriers also
contribute
to
the
specific
heat of
a
metal.
Earlier,
Planck had
given a
purely
ther-
modynamic argument
for
a
difference in
the
specific
heats of
charged
and
uncharged
bodies
(see
Planck
1889,
§3).
[10]
Presumably
a
reference
to
the
equip-
ment
available
in
Weber's
laboratory
at
the
ETH
(see
Doc.
74).
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