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DOCUMENT
76
SEPTEMBER 1900
Denkens
gar
süß und
nett
zu
vertreiben,
gelt,
süße
Miez! Wie
werd
ich
Dich
beißen und
herzen, wenn
ich
Dich wieder
hab-&
nun
dauerts
wegen
dem
dummen
Kröpferl
noch über
3
Wochen.
Wie
gehts
denn damit? Ich
reise
voraussichtlich
1.
Oktober nach
Zürich,
um
persönlich
mit Hurwitz
wegen
der
Stelle
zu
reden.[4]
Das
ist
doch besser
als
Schreiben. Ich
soll
mich
um
Verdienstquellen
für Dich umsehen? Ich meine
ich
werde mich nach Pri-
vatstunden
umsehen, die
dann vielleicht Du übernehmen könntest. Oder
denkst Du noch
an was
anderes? Schreib mir doch darüber!
Was
übrigens
auch immer werden
mag,
wir
kriegen
das reizendste Leben
von
der
Welt.
Schöne Arbeit und
beisammen-und
dabei sind
wir
jetzt
noch
beide
unsre
eigenen
Herrn
&
stehen auf
eigenen
Füßen
&
können
voll
und
ganz
unsre
Jugend genießen.
Wer könnt
es
schöner haben? Wenn
wir
uns
dann
genug erspart
haben,
kaufen
wir
uns
Velos
und machen
alle
paar
Wochen
eine
Radelpartie.
Deiner
lieben
Schwester,
die
mir durch ihre
muntern Brief-
chen
ja
schon bekannt
ist,
wird
es gewiß
auch
bei
uns
gefallen-ich
brauch
Dir wohl nicht
erst
zu sagen,
daß
sie
mir herzlich willkommen
ist,
das
lustige,
trotzige Ding!
Gestern hab
ich in
einem
launigen
Stündchen einem meiner
früheren Lehrer in
München,
den
ich
besonders
gern hatte,
einen Brief
geschrieben,[5]
will
sehen,
ob
er
mir vielleicht
was
drauf
antwortet.
Nun
hab
ich
schon den
ganzen
Boltzmann studiert und
ein
Stück der
Kugelfunktionen,
die
mich
jetzt sogar
ziemlich
interessieren.[6]
In der Not
frißt der
Teufel
Fliegen
....
In
ein
paar Tagen
kommt
Luigi
A[nsbacher],
mit dem
wir
Maja
stets
necken-ich
freue
mich
aufs
Musizieren mit
ihm.
Ich
hab
auch schon
daran
gedacht,
daß mein Schätzchen obdachlos
ist,
wenn es
nach Zürich kommt. Frau
Hägi
hat leider in ihrer
neuen
Wohnung
auch keinen Platz
mehr.[7]
Ich werde mich aber schon nach
was
umsehen.
Vielleicht
könnte
ich
Euch
gleich
Zimmer suchen. Wenn
ich
nur
nicht
Angst
hätte
wegen
der
Verantwortung-denn
mein kleiner
Balg
ist
gar kapriziös.
Das
arme
Helenchen
hat
nun
doch
Feuer
gefangen
dank
seiner
rühmlichen
Ausdauer-ihr
feiner
Geist wird
nun
in
seinem Fett
ersticken-eine
traurige
[4]
A position
as
Assistent at the ETH
(see
Doc.
69,
note
7).
[5]
Possibly
a
reference to
Ferdinand
Ruess,
Einstein's Ordinarius
in
the fourth and sixth
classes
at the Luitpold-Gymnasium
(see
Kay-
ser 1930, pp.
33-34). Einstein also maintained
contact with Joseph Zametzer, a mathematics
teacher at the same school
(see
Zametzer
to Einstein,
7
January
1906).
[6]
Presumably
Boltzmann 1896, 1898 (see
Doc. 75,
note
8),
and Heine
1878, 1881.
Heine
is
cited
in Boltzmann 1896, pp. 170, 171,
and
mentioned
by
Einstein
in
Doc.
111.
[7]
Einstein's landlady.
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