V O L U M E 8 , D O C U M E N T 1 1 3 c 2 1
Du wußtest hier nicht genau, ob das Hotel diesen Namen hat. Beim Telegramm
genügt Einstein Haberlandstr. Ich erwarte Deine Nachrichten schnligst. Herzl.
Gruß!
Elsa.
AKS (SzZuZB, Nachlass H. Zangger, box 404). [92 508]. The letter is addressed “Herrn Professor
Zangger für Herrn Professor Einstein Zürich Bergstraße,” and postmarked “Berlin-Wilmersdorf 1
[1]. 9. 15. 5–6N[achmittags].”
[1]Dated by the fact that she wrote the letter to Zurich on 31 August (see the previous document).
[2]See the preceding document.
Vol. 8, 113c. From Elsa Einstein
[Berlin, 4 September
1915][1]
Lieber Albert!
Morgen ists eine Woche, seit wir getrennt sind. Vor mir liegen drei ganz magere
Postkarten. Das ist alles, was ich in acht Tagen von Dir hörte. Diese dritte Karte traf
soeben ein, und ich bin dadurch imstande, Dir zu schreiben. Ich war ängstlich be-
treffs Deiner Adresse. Vielleicht existirte ein „Glockenhof“ gar nicht mehr, und ich
war ganz kribbelig in dem Gedanken, daß der Brief in wessen Hände kommen
könnte?[2]
Bei demselben Namen lag diese Vermutung nur zu nahe. Gott sei Dank!
Jetzt ist wenigstens mein erster Brief in Deine Hände gelangt. Mir ists so unfaßlich,
daß Du Deine Kinder nicht sofort zu Dir ins Hotel hast kommen lassen. Wie konn-
test Du nur eine Stunde dort sein und es aushalten, ohne sie gesehen zu haben. Sie
hätte sie Dir doch nicht verweigern
können.[3]
Ich kann Dir nicht sagen, wie ich die Zeit herbeisehne, wo Du wieder hier bist.
Ein so unleidiges Gefühl, Dich tagelang brieflich nicht erreichen zu können. Ich
hätte Dir sehr viel zu berichten. Doch die Censur läßt allzu lange Briefe erst liegen,
sie erleiden jedenfalls eine Verzögerung. Ich erhole mich zusehends, Du wirst Dei-
ne Freude daran haben. Ich will Ende nächster Woche, vielleicht Donnerstag nach
Heilbronn, von da aus nach
Hechingen.[4]
Unterwegs möchte ich Dich treffen, um
dann über Frankfurt die Rückreise gemeinschaftlich mit Dir zu machen. Doch das
sind vorerst Pläne, ob sie sich realisiren, ist eine zweite Frage. Ich bin gestern in
Deine Wohnung
gegangen,[5]
habe Deine Post gewissenhaft durchgesehen. Es
konnten sich doch Dinge darunter befinden, die der sofortigen Erledigung bedurf-
ten. Weinstein schrieb Dir, er wünscht Dich zu sprechen, Du mögest eine Zeit
bestimmen.[6]
Frl. Sidy Fischer stud. chem. setzte Dir in einem fein stilisirten Brief
auseinander, daß sie Deine Sekretärin werden möchte; sie bat um Antwort. Schon
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