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7. From Hedwig Born
[Göttingen,] 7. 1. 1922
Lieber Herr Einstein!
Erstmal Ihnen und Ihrer Frau aufs Herzlichste Dank für den Neujahrsgruß, aus
dem uns Freundschaftswärme
entgegenströmte![1]
Alle guten Wünsche mögen sich
vielfältig an Ihnen erfüllen.— Mit Ihrer heutigen
Karte[2]
ging ich eilends zu Hil-
bert, der erst kaum glauben wollte, daß Sie wirklich kämen u. sich dann riesig
freute.[3]
Er läßt Sie durch meine Feder bitten, unbedingt an seinem Geburtstage,
Montag den 23. da zu sein u. Abends bei dem großen Gästezirkel zu erscheinen.
Der Vortrag kann dann Dienstag stattfinden, zu einer von Ihnen zu bestimmenden
Zeit. Ich hoffe, Sie glänzen nun nicht gar zu meteorhaft auf, sondern sind ein paar
Tage unser Gast. Sie sollen sehen, wie „nahrhaft“ es sich hier lebt u. sollen lauter
leichte Sachen zu essen bekommen. Wenn Ihre Frau Lust hat, mitzukommen, ist sie
herzlich eingeladen und herzlich willkommen. Max ist heute u. morgen bei Blasch-
ke, dem es leider sehr schlecht
geht.[4]
Vielleicht erfreuen auch Sie ihn noch einmal
durch einen Besuch? Es darf nur nicht zu ad hoc aussehen. Seien Sie u. die Ihren
herzlich gegrüßt von Ihrer
Hedi Born
AKS. Einstein and Born 1969, p. 99. [8 262].
[1]See Einstein to Hedwig and Max Born, 30 December 1921 (Vol. 12, Doc. 345).
[2]The preceding document.
[3]To attend David Hilbert’s sixtieth birthday (see Doc. 4).
[4]Wilhelm Blaschke (1885–1962) was Professor of Mathematics at the University of Hamburg.
8. From Paul Ehrenfest
8 I. 1922 Auf Heimfahrt Kristiania—Kopenhagen.
Lieber Einstein!
Ich habe (mit Tanitschka und van Aardenne
zusammen)[1]
eine prachtvolle Reise
gemacht: Kristiania (wo mir Goldschmidts viel von Dir
erzählten)[2]
und dann in den
Gebirgsschnee—Tofte
(Gudbrandsdalen)[3]
—leider jetzt etwas überhastet zurück—
Es ist leicht möglich, dass ich in den nächsten Monaten sehr stark Deinen persönlich
Beistand nöthig haben werde (nicht etwa materiell rein in moralischer Beziehung)

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