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sich dort nur um die Ausbildung untergeordneter Hilfskräfte für den technischen
Aufbau.[3]
Die Universität Jerusalem, die in Kurzem verwirklicht werden soll,
kommt schon eher in Betracht. Sie soll keine eigentliche Lehranstalt, sondern eine
Art Forschungsinstitut
werden.[4]
Sie wissen wohl, dass ich letztes Jahr in Amerika
war, um für diese Anstalt Mittel zu sammeln, was auch ganz ordentlich gelungen
ist.[5]
Die Verwirklichung eines physikalischen Instituts ist allerdings wegen der
damit verbundenen grossen Kosten noch nicht in Aussicht genommen. Für den
Fall, dass ein solches errichtet würde, kämen Sie dafür sicher ernsthaft in Betracht,
ebenso auch Herr Ornstein aus Utrecht, den Sie ja sicher als tüchtigen Fachgenos-
sen
kennen.[6]
Ich hoffe zuversichtlich, dass wir Juden unserer Generation es dahin
bringen, von uns aus moderne wissenschaftliche Institute zustande zu bringen.
In der Hoffnung, Sie einmal persönlich kennen zu lernen, bin ich mit freundli-
chen Grüssen Ihr
A. Einstein.
TLS (ItMCDEC, AG, 14A). [70 779].
[1]Dessau (1863–1949) was Professor of Physics at the University of Perugia.
[2]Dessau had inquired about the standard of education at the newly opened Technion in Haifa
(15 August 1920 in Vol. 10, Calendar).
[3]At the time, the Provisional Committee for the Management of the Technion in Haifa lacked
funds from the Zionist Organisation in London to proceed with plans for the institution’s establish-
ment as a full-scale institute of higher learning. In addition, it was believed that Palestine and the Mid-
dle East had a greater need for the training of technical cadres at the lower and middle levels (see
Alpert 1982, pp. 76–89, and Dror 1998, p. 268).
[4]On the plans for the Hebrew University as primarily a research institute, see Lavsky 2000, p. 125.
[5]For Einstein’s positive assessment of his fund-raising tour in the United States, see Einstein to
Michele Besso, before 30 May 1921 [Vol. 12, Doc. 141]).
[6]Leonard Ornstein (1880–1941) was Professor of Theoretical Physics at the University of Utrecht
and chairman of the Dutch Zionist Society. For his earlier involvement in plans for the Hebrew Uni-
versity, see Paul Ehrenfest to Einstein, 30 December 1919 (Vol. 9, Doc. 239).
73. From Richard B. Haldane
28, Queen Anne’s Gate, Westminster. 9 March 22
Hochgeehrter und Lieber Herr Professor,
Das Buch—so freundlich von Ihnen mir gegeben—ist
angekommen.[1]
Ich
schatze dieses Buch sehr hoch als „Liebesgabe“ von Ihnen.
Ich schatze es auch weil es mich sehr interessirt.
Ich habe es, nicht ganz ohne Verstehung, durchgelesen. Weyl’s Versuch ist
interessant.[2]
Ich habe aber die Kritik von Hans Reichenbach darüber
gelesen.[3]
Es
scheinen wichtige Fragen vom mathematishe Logik betreffen auch hier hervorzuragen.
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