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effects visual when dealing with the inconsistent use of special relativistic formulas by Guillaume is
suggested by Guillaume 1922. Guillaume recounts that in his encounter with Einstein at the Collège
de France on 5 April, Langevin, Einstein’s host, had replied to Guillaume’s criticisms of special rel-
ativity making use of graphical representations of space-time in Gruner 1922.
[7]See Doc. 31 and its note 7, where Einstein himself expresses an interest in pursuing measure-
ments to prove the existence of the transverse Doppler shift, also known as time dilation.
[8]In Born 1920 (p. 94) it is argued that if the Earth’s velocity with respect to the ether were as great
as its velocity with respect to the fixed stars (which was thought to be very large, and is now known
to be far larger than 10 km/s), it ought to have been possible to measure changes in the periods of
Jupiter's moons of first order in v/c (where v is the velocity of the solar system against the ether and
c is the speed of light in vacuum) due to the so-called ether wind.
81. To the Prussian Academy of Sciences
Berlin, den 13. März 1922.
Sehr geehrte Herren Kollegen!
Es ist nun das dritte Mal in diesem Jahre, dass ich von Paris aus eine Einladung
öffentlichen Charakters erhalte, das erste Mal von der „Ligue pour les droits des
hommes“,[1]
das zweite Mal von der französischen philosophischen Gesell-
schaft,[2]
das dritte Mal vom Collège de France, in welch letzterer Einladung ich
aufgefordert werde, einige Gastvorlesungen an diesem Institut zu
halten.[3]
Die
Einladung geht vom Lehrkörper des Collège de France aus und wurde mir von mei-
nem Freunde und Fachgenossen Langevin übermittelt. In dem Brief des letzteren
ist ausdrücklich darauf hingewiesen, dass diese Veranstaltung der Wiederherstel-
lung der Beziehungen zwischen deutschen und französischen Gelehrten dienen
soll. Der betreffende Satz heisst: „L’intérêt scientifique veut que les relations soient
rétablies entre les savants allemands et nous. Vous pouvez y aider mieux que per-
sonne, et vous renderez un très grand service à vos collègues d’Allemagne et de
France et par dessus tout, à notre idéal commun en acceptant.“
Ich beantwortete den Brief meines Freundes zunächst mit einer höflichen Ab-
lehnung, indem ich als Hauptgrund Solidaritäts-Rücksichten meinen hiesigen Kol-
legen gegenüber
angab.[4]
Ich konnte aber das Gefühl nicht unterdrücken, dass ich mit dieser Absage mehr
dem Weg des kleinsten Widerstandes als meiner wahren Pflicht gefolgt war. Ein
Gespräch mit Minister
Rathenau[5]
bewirkte, dass mich dies Gefühl zu einer festen
Ueberzeugung verdichtete. Ich schrieb daher wenige Tage nach meiner ersten Ab-
sage an Prof. Langevin einen zweiten
Brief,[6]
in dem ich meine Absage widerrief
und erklärte, die Einladung annehmen zu wollen, wenn bezüglich der in Betracht
kommenden Gastvorlesung nicht unterdessen andere Dispositionen getroffen wor-
den wären. So wurde ich mit Langevin darüber einig, dass ich Ende des Monats
nach Paris fahre, um die Vorlesungen
abzuhalten.[7]
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