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Leben in der kleinen Wohnung ist herrlich. Ein Freund Langevins, Herr
Malfitano,[2]
hat sie mir überlassen und logierte sich bei Langevin ein. Ich bekom-
me herrlich zu essen, wie in meinem ganzen Leben noch nicht, und eine liebens-
würdige Elsässerin kocht für mich und Langevin, der täglich die Malzeiten bei mir
einnimmt, gewöhnlich ist auch Solovine
da,[3]
der mir sehr hilft, da die Strapazen
gewaltig sind. Aber mein Hiersein ist sehr nützlich, und ich lerne die interessante-
sten Menschen kennen. Morgen bin ich bei
Barcley.[4]
Eigentliche Gesellschaft
gibt es nicht. Alles ist abgestellt. Meine Aufnahme bei den Kollegen ist überaus
herzlich. Es ist Mitternacht, und ich bin zu müde, weiter zu berichten. Gott weiss,
wann ich wieder Zeit habe!
Herzliche Grüsse Euer
Albert.
Hoffentlich haltst Du Dir Deinen
Freund[5]
vom Leibe und geht es Dir gut.
Dienstag Abend bin ich bei Tante
Mathilde.[6]
ALS. [143 121].
[1]The first lecture took place on 31 March in auditorium 8 of the Collège de France. Its capacity
of 350 was much exceeded (see Biezunski 1991, p. 19). Einstein lectured for two hours on special rel-
ativity, without notes, speaking slowly and pausing from time to time to find the right French word,
in which he was frequently assisted by Langevin. The audience consisted mainly of scientists and
mathematicians (including a number of students). As had been promised to Einstein by Maurice
Croiset (see Doc. 88), Langevin had been very restrictive in his invitations, excluding all those who
would represent “snobbism, showing off, or simple fashionable curiosity” (“le snobisme, le caboti-
nage ou la simple curiosité mondaine”). See Nordmann 1922b, pp. 131–134; see also Doc. 108 for
the schedule of the other sessions.
[2]Giovanni Malfitano.
[3]Maurice Solovine.
[4]Thomas Barclay had invited Einstein for lunch at his home (see Doc. 110).
[5]Dr. M. of Doc. 122.
[6]Mathilde Koch (1868–1927), wife of Einstein’s uncle, Caesar Koch.
124. From Peter Debye
Zürich 7, Gloriastrasse 36, 31. März 1922
Lieber Herr Einstein!
Zu meiner Arbeit Ueber die Polarisationsanziehung und die van der Waalsschen
Kräfte[1]
hat Nernst in seinem Buche eine Bemerkung
veröffentlicht.[2]
Er lehnt die
Sache ab mit der Begründung ich gelange zu von der Temperatur unabhängige
Kräfte, was nicht
angehe.[3]
In einer Notiz, die ich verfasst habe, nachdem mir die
Nernstsche Bemerkung ganz zufällig in seinem Buche zu Gesicht gekommen, habe
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