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Grund ihrer Messungen der entgegengesetzten Ansicht, bezw., von der Beweiskraft
des bisherigen empirischen Materials nicht überzeugt.“
Was nun die Anfrage des Herrn Prof. Chalas, Konstantinopel,
betrifft,[3]
so ist
Prof. Einstein der Meinung, dass Sie die Anfrage dahin beantworten, dass Sie nicht
in der Lage sind, auch unter Berücksichtigung der in Griechenland obwaltenden
Verhältnissen[4]
die Autorisation unter anderen als den sonst üblichen Bedingun-
gen zu vergeben. Es bestehe keinerlei Grund, eine Autorisation zu erteilen und
noch dazu für eine Entschädigung, die garnicht zu rechnen ist.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Die Sekretärin
TLC. [42 140].
[1]Vieweg had informed Einstein that publisher was running out of copies of the 13th edition of
Einstein 1917a (Vol. 6, Doc. 42), and had asked whether a new edition needed any corrections
(see Abs. 261).
[2]Einstein had been informed about this error by Eberhard Zschimmer (see Doc. 17).
[3]See Abs. 261.
[4]Greece and Turkey had been in a state of war since May 1919 (see Lewis 2002, pp. 241–254).
217. From Aurel Stodola[1]
Zürich, Freie Str. 62, 5. VI. 22
Sehr geehrter Herr und Meister!
Einer alten Neigung nachgehend besuchte ich letzthin nach vielen Jahren wieder
einmal den physikalischen
Colloquium,[2]
und sogleich, wie in den „guten alten“
Zeiten hinsichtlich der Relativität (Schwungrad! o alter Schmerz) ging mein Tem-
perament mit mir durch und verwickelte mich in eine Diskussion über den Ener-
gieaustausch zwischen Strahlung und Materie. Ich wollte genau wissen, wie das
Ding handgreiflich vor sich geht, und behauptete, aus der Anschauung heraus, daß
die Annahme, es werden Elektronen beim Atomzusammenstoß aus einer Quanten-
bahn in eine andere verschoben, und auf diese Weise werde Energie ausge-
tauscht,—diese Annahme führe zu Unwahrscheinlichkeiten. Es stellte sich die
interessante Tatsache heraus, dass der Großteil des gelehrten Auditoriums Ihre fun-
damentale Abhandlung Phys. Z. 1917 S. 121 nicht
kannte![3]
Daß auch ich zu die-
sen Unwissenden gehörte ist für einen alten Maschinenbauer entschuldbar—die
nachträgliche Lektüre dieser Abhandlung bildete für mich dann einen Hochgenuß
erlesener Art, Ihre Lehre ist wieder ein ungeheurer Schritt vorwärts, und die ganze
Behandlung etwas wie synfonische Musik großen Styles.
Und nun kommt die Bitte und Anfrage, in welcher Art die sich gegebene Metho-
de entwickelt werden könnte um den Vorgang der Erwärmung eines Körpers durch
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