D O C U M E N T 2 9 1 J U L Y 1 9 2 2 4 1 3
Gestern ist ein 3 Phasen Motor mit einem sehr großen Ohmschen Widerstande
in der 3. Phase auf den laufenden Umformer eingeschaltet von 0–20 000 hinaufge-
laufen; damit ist wohl diese Frage zur Zufriedenheit erledigt; wenn man den Um-
former langsam hinaufläßt, dann geht es natürlich noch
besser;[7]
jetzt bin ich ganz
mit dem Spiegel auf der Axe des Kreisels
beschäftigt.[8]
Ich freue mich auf die Zeit,
da ich so recht selbstverständlich zu Ihnen mit meinen technischen Fragen u. Sor-
gen kommen kann; da wird mich die Arbeit doppelt freuen.
Mit den herzlichsten Grüßen von uns beiden Ihnen u. Ihrer Frau Ihr allzeit
getreuer
Anschütz.
ALS. Lohmeier and Schell 2005, pp. 170–171. [37 380].
[1]Reta Anschütz-Kaempfe-Stöve.
[2]The Villa Esmarch in Kiel mentioned in Doc. 276.
[3]On the controversy regarding a monarchist flag hoisted on Anschütz-Kaempfe’s boat, see
Doc. 276.
[4]Einstein planned to spend a month with Hans Albert and Eduard in Zurich (Doc. 276). For the
Lautrach castle, see Doc. 9.
[5]For the lawsuit against the Gesellschaft für nautische Instrumente, see Doc. 260.
[6]In Doc. 276, Einstein was considering leaving Berlin and moving to Kiel.
[7]Apparently he had in mind the motor for the gyrotheodolite.
[8]Doc. 260 gives details on the function of the mirror and its mounting on the gyrotheodolite.
291. From Heinrich Zangger
[Zurich, between 15 and 25 July
1922][1]
Lieber Freund Einstein
Man sollte nie einen Brief an Sie abschicken, weil 2 Tage später Einstein z.B.
als Mann im Monde erscheint, dem man zuhören u seine Meinung sagen möchte
Im Grunde genommen beneide ich Sie bald um die Auswahl Menschen, die Sie
sich verschaffen können, wenn ich mich auch über meine letzte 30 Jahre nicht be-
klagen (selbst wenn ich nicht auf Einstein gestossen wäre) Warum ich schon wie-
der schreibe: Romain Rolland mochte ich doch etwas mitteilen von Ihnen—er ist
jetzt in Villeneuve, geht bald nach
Thune[2]
Übrigens: Die Pariser haben meinen Untersuchungen (Spectrographische Nach-
weis etc) sehr
anerkannt.[3]
habe Langevin gesehen. Die Übersetzung seines stram-
men anschaulichen Vortrages über
Dynamik–Relativität,[4]
die wir hier mit nicht
kleiner Mühe zu übersetzen versuchten Weyl war ein harter Kritiker der Über-
setzung.[5]
Die Übersetzung haben Sie wohl in der NZ Zeitung gesehen.
Langevin will als einheitliche Grundlage Relativität-Dynamik sofort an die Me-
chanik Punkt fur Punkt anschliessen sehr wünschens wert, dass wird er sicher sehr
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