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hinaus werfen, aber sie kommen zu einer Hinterthür wieder herein. Der ganze
Gedanke muss durchgeführt werden und ist von merkwürdiger Schönheit; aber
darüber steht das marmorne Lächeln der unerbittlichen Natur, die uns mehr Sehn-
sucht als Geist verliehen hat.
Herzlich Grüsse von Ihrem
A. Einstein.
AKS (SzZuETH, Hs 91:556). Seelig 1952, pp. 165–166. [24 083]. The card is addressed “Prof. Dr.
H. Weyl Technische Hochschule Zürich (Schweiz).” In another hand was added: “Bolleystr. 5.” The
card is postmarked “Berlin W[ilmersdorf] 30. 26.5.23 7-8[N].”
[1]The proofs of Einstein 1923n (Doc. 52), presented to the Prussian Academy on 31 May 1923.
[2]In Doc. 36, Weyl had suggested that one work with imaginary components of the electromag-
netic potential.
46. From Mileva Einstein-MariF
Zürich d. 26. V. 23.
Lieber Albert!
Dein Brief ist mit grosser Verspätung in meine Hände angelangt, da er von Berlin
erst wieder nach Leiden musste, um von H. Ehrenfest umadressiert zu
werden.[1]
Ich musste mich auch wegen den Steuern erkundigen, darum schreibe ich Dir erst
heute.
Die Vermögenssteuer beträgt auf je 100000 Fr. ungefähr 350 Fr. ist also nicht
übertrieben und ich kann sie nicht als Grund dafür annehmen, dass das Geld nicht
auf meinen Namen deponiert wird. Auch kann ich entschieden nicht begreifen, wa-
rum es nicht hier sondern im Ausland untergebracht werden
soll.[2]
Ich wäre, wenn
ich es hier wüsste ruhiger und sicherer für mich und für die Kinder. Du weisst es ja
sehr gut, dass es mein grösster Kummer ist, dass die Kinder persönlich nichts von
Dir haben; ich wäre beruhigter wenn wenigstens in materieller Beziehung, die Sa-
che für sie so geregelt würde, dass ich keinerlei Bedenken haben muss, und dass
wäre am ehesten dann, wenn das Geld hier wäre. Ich zweifle nicht, dass Du das al-
les auch selber begreifst und empfindest und dass wir in dieser Beziehung keinerlei
Uneinigkeiten haben werden. Mein Verlangen ist ja auch vollständig im Rahmen
unseres
Vertrages.[3]
Was die Ferien betrifft, so muss Tete eine Kur machen. Es ist mir unlängst bei
einer ärztlichen Untersuchung mitgeteilt worden, dass seine Drüsen nicht in Ord-
nung sind und ich darf das nicht anstehen lassen. Ohne mich wird aber eine regel-
mässige Behandlung kaum zu stande kommen. Vielleicht teilen wir uns in die Zeit;
die ersten 3 Wochen behandle ich ihn und [d]ie beiden letzten Wochen ruht er sich
bei Dir aus.— Die Ferien gehen von Mitte Juli bis 20 Aug. ungefähr.
ϕα
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