D O C U M E N T 1 0 0 A U G U S T 1 9 2 3 167
[2]Hans Albert and Eduard Einstein.
[3]Arnold Sommerfeld. Walther Kossel. A month later, Sommerfeld wrote: “The observation and
theory of Compton, about which I gave a lecture in Madison, is still very much on my mind. When I
was together with Einstein for a few days recently, we mainly talked about this fundamental topic”
(“Die Beobachtung und Theorie von Compton über die ich Ihnen zuletzt in Madison vortrug, beschäf-
tigt mich noch sehr. Als ich kürzlich einige Tage mit Einstein zusammen war, haben wir hauptsächlich
über diesen fundamentalen Gegenstand gesprochen.” Arnold Sommerfeld to Charles E. Mendenhall,
8 September 1923; Sommerfeld 2004, p. 152).
[4]Due to hyperinflation, the current exchange rate was 4,860,000 German marks to 1 U.S. dollar.
At the beginning of 1923, the exchange rate had been 7,200 German marks to 1 U.S. dollar (see Vos-
sische Zeitung, 9 August 1923, EE, and 3 January 1923, ME). This constituted a devaluation of
67,500%.
[5]Einstein was planning to attend the September meeting of the Deutsche Physikalische Gesell-
schaft in Bonn (see Doc. 74).
[6]Ilse and Margot Einstein, see Doc. 97a.
100. To Elsa Einstein
Schloss Lautrach, Dienstag. [14 August
1923][1]
Liebe Else!
Meine letzte
Karte[2]
ist leider verspätet abgegangen durch ein Versehen. Du
solltest lieber Zinsen kommen lassen als Geld von
Holland.[3]
Ich habe es ja immer
so gewollt. Hier ist es dauernd prächtig, auch das Wetter—derart dass uns das Was-
ser ausgegangen ist. Gross kann aber die Not nicht werden, da die Iller vorbei-
fliesst, wenigstens ganz in der Nähe. Freitag vereise ich und
Tete,[4]
letzterer nach
Zürich, ich nach München. Sonntag oder Montag hoffe ich zuhause einzutreffen.
Albert bleibt hier, bis wir beide nach Kiel gehen, ¢im ersten Drittel² in den ersten
Tagen
September.[5]
Er ist prächtiger als je und ganz tadellos in seinem Verhalten,
bescheiden, freundlich und tüchtig dabei. Wenn keine schlechten Einflüsse da wä-
ren, wäre er ein idealer Sohn. Aber auch so kann ich mit ihm sehr zufrieden sein.
Mit Sommerfeld und
Kossel[6]
ist es ziemlich hübsch, nur sind sie zu intellektuell,
zu wenig schlicht. Wir vertragen uns aber recht gut. Meine Schuhe sind zerrissen,
zumal sie—wie sich herausstellte—eine Sohle haben, die bis auf die äusserste
Schicht aus Carton besteht! Sie werden gerade geflickt. Einstweilen gehe ich bar-
fuss, bin überhaupt wenig elegant, was aber gar nichts macht. Mit Kossel hab ich
nun auch ein Experiment vor; vielleicht machen wirs im September in
Kiel.[7]
Po-
litisch sieht es düster aus. Danke dem Herrgott, dass wir nicht auf den Gehalt an-
gewiesen sind, ¢es sieht recht düster aus².
Hoffentlich geht es Euch allen, besonders Ilse,
gut.[8]
Die Kinder werden wohl
zuhause sein, wenn sie das Reisegeld dazu gehabt haben. Die Reparierung der
Wohnung wird unterdessen auch vorgeschritten
sein.[9]
Herzliche Grüsse an Euch alle von Deinem
Albert.
Previous Page Next Page