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Leyden
fahren[3]
und erst Anfang Oktober zurück sein werden. Ich wage daher
kaum die Bitte auszusprechen, ob Sie nicht die Fahrt Anfang Oktober doch noch in
Erwägung ziehen wollen.
In der Angelegenheit Kossel sind wir noch nicht zu einer Entscheidung
gekommen,[4]
werden aber eine solche unter allen Umständen in kurzer Zeit her-
beiführen.
Mit den besten Grüssen und der ergebenen Bitte, mir bezw. der russischen Ver-
tretung einen Entscheid über Ihre Entschliessungen zukommen lassen zu wollen,
verbleibe ich stets Ihr ganz ergebener
TLSX. [28 022]. The letter is addressed “Herrn Professor A. Einstein, Neuemühle bei Kiel p. Adr.
Herrn Anschütz.”
[1]Arco (1869–1940) was chief engineer of the Telefunken-Gesellschaft in Berlin, co-founder of
the Bund “Neues Vaterland” and of the Society of Friends of the New Russia.
[2]Samuil A. Levitin (1896–?), director of the Department for Technical Advanced Training at the
Soviet Economic Council. See S. Lewitin, “Gründung der Gesellschaft Kultur-Technik Ost (A.G.
oder G.m.b.H.),” 10 March 1923 [44 855].
The Russisch-Deutsche Gesellschaft Kultur-Technik-Ost was founded by Arco, Hugo Simon,
Felix Deutsch, Friedrich Aereboe, and Conrad Matschoß in 1923, possibly as a product of the tech-
nical section of the Society of Friends of the New Russia, which was headed by Arco (see Fuchs 2004,
p. 226). Its goals were to reestablish and foster scientific and technological relations between Germa-
ny and Russia, and to further the scientific and technological enlightenment of the Soviet population.
[3]See Doc. 113 for Einstein’s travel plans.
[4]Einstein intended to perform an experiment with Walther Kossel (see Doc. 100).
115. From Hendrik A. Lorentz
Haarlem, 15 September 1923.
Lieber Herr Kollege,
Leider bin ich immer noch nicht dazu gekommen, Ihnen, wie ich doch gern tun
möchte, von meinem siebzigsten Geburtstage zu erzählen. Nun, das war ein recht
schöner Tag in kleinem Kreise. Einige Freunde besuchten uns und zu Mittag hatten
wir Haga, Zeeman, Ehrenfest und de
Sitter[1]
(Schade, dass Sie nicht hier waren),
ferner Töchter, Schwiegersöhne, Sohn und zukünftige Schwiegertochter, sowie
vier Enkelkinder, von denen Albert de Haas
erklärte,[2]
es freue ihn einen so tüch-
tigen Hunger zu haben.
Die befreundeten Physiker hatten mir eine Überraschung bereitet. Wie Sie
wissen, Sie waren ja zufälligerweise dabei, hatte ich schon im Mai Abschied von
meinen Zuhörern in Leiden genommen. Das hat man sich aber nicht gefallen lassen
und man hat bewirkt, dass der Universitätsrat, dieselbe Körperschaft, von der Ihre
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