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DOCUMENT
2
AUGUST 1902
morning,
arrive
at
midday,
have
lunch,
spend
the afternoon
on
the shores of the Lake of
Thun,
and
return by
train in the
evening
(see
Solovine
1956,
pp.
xii-xiii).
[7]Bavarian
for "böser."
[8]Ehrat
was
Assistent
in
mathematics
at
the ETH
(see Vol.
1,
Biography,
p.
379).
[9]Einstein
was
provisionally appointed
Technical
Expert,
third
class,
at
the Swiss Patent
Office
on
16
June
1902 (see
Swiss
Department
of Justice
to
Einstein,
19
June
1902
[Vol.
1,
Doc.
141]).
2.
To
Hans Wohlwend
Bern.
Freitag.
[15
August-3
October
1902][1]
Mein lieber
Hans![2]
Ich danke Dir herzlich für Deine beiden
Briefchen,
in denen
Du
Dich
so
lustig anklagst;
das werd ich Dir schon
vertreiben,
wenn
Du
zu
mir
kommst,
was,
wie ich
hoffe,
Samstag
über
8 Tagen geschehen
wird. Es wird
gewiß nett
werden, das
verspreche
ich
Dir.
Meine Hausfrau hat eine wunderbare
Geige[3]
und Bern eine schöne
Umgebung
und ich einen
lustigen,
leichten
Sinn, da
meine
Sorgen jetzt
sehr
zusammengeschrumpft
sind,
nur
ist leider mein
Vater
schwer leidend
geworden.[4]
Ich habe
ganz
fürchterlich viel
zu
thun. Jeden
Tag
8
Stunden
Amt[5]
und
eine
Privatstunde mindestens
&
dann arbeite ich noch wissenschaftlich. Des-
halb
hab ich Dir auch
so
lange
nicht
geschrieben. Sogar mittags
zwischen
1
und
2
bin ich nicht
zuhause,
sondern
lese mit einem Freund in einem
philo-
sophischen
Buch.[6]
Deine
Ergüsse
von
Selbsterkenntnis finde
ich sehr
lustig.
Was
magst
Du
nur
Arges
verbrochen
haben-jedenfalls
kann das alles einen
so
verstockten
Sünder,
wie ich
bin,
nicht rühren. Ich freu mich schon auf Deine Beichte-
aber weh
Dir, wenn
Du
nichts Rechtes
angestellt
hast! Das
wäre
eine Schande
nach
so
viel Aufhebens und müßte
unbedingt nachgeholt
werden.
Meine
Thätigkeit
im
Amt
gefällt
mir
sehr,
da sie
ungemein abwechslungs-
reich
ist und viel
zu
denken
gibt.[7]
Noch besser aber kommt mir die hübsche
Bezahlung
zu
statten.[8]
Ich
lebe sehr
gern
hier in Bern und
das
umso mehr,
als ich keine
Philisterbekanntschaften habe und mich daher relativ
großer
Freiheit erfreue.
Du
kriegst
dann
ja
selbst ein
Bild,
wenn
Du
zu
mir kommst.
Grüße Deine
Angehörigen,
Mutter Schwester Brüderchen und Bruder
herzlich
von
mir, ganz
besonders
N
2;
sie
war
immer
so
freundlich mit
mir.[9]
Auf
ein frohes Wiedersehen freut sich lebhaft Dein
Albert.
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