46 DOCUMENT 43 JANUARY 1907
43.
To
Alfred Schnauder
Bern,
Samstag.
[5
January-11 May 1907][1]
Lieber Herr
Schnauder![2]
Ich danke Ihnen herzlich für die übersandten
Kompositionen,[3]
die ich
noch nicht einmal habe mit
Begleitung
spielen
können,
weil mein
Spitzbube
von Klavierspieler
seit
Neujahr
noch nicht bei mir
war.
Es ist
jammerschade,
dass
Sie
und Ihre
Familie[4]
nicht in Bern
sind;
ich würde
gerne
die
ganze
Spiessbürgergemeinde
meiner
hiesigen
Bekannten dafür nach Winterthur
schicken.
Mir
geht
es
gut;
ich bin
ehrwürdiger eidgenössischer
Tintenscheisser mit
ordentlichem
Gehalt.[5]
Daneben reite ich auf meinem alten mathematisch-
physikalischen Steckenpferd
und
fege
auf der
Geige-beides in
den
engen
Grenzen,
welche mir mein
2 jähriger
Bubi für derlei
überflüssige Dinge ge-
steckt hat.
Wissen Sie Wohlwends
Adresse?[6]
Ich würde ihm sehr
gern
einmal schrei-
ben. Er rechnet mich
gewiss
schon
lange
zu
seinen
Exfreunden,
weil ich ihm
so
lange
nicht
geschrieben
habe.
Empfangen
Sie mit Frau und Kinderchens die herzlichsten Grüsse
von
Ihren
A.
Einstein und seiner Frau.
Amt für
geistiges Eigentum.
Bern.
Wenn
Sie einmal in die Nähe
kommen,
so
teilen Sie mirs
mit,
dass wir
uns
sehen. Ich will
das
Gleiche
thun,
wenn
ich
in
die Ostschweiz
komme.
ALSX.
[44
977].
[1]This
letter
is
dated
on
the
assumption
that it
was
written between the
Saturday
after the
New
Year and
that before the third
birthday
of Einstein's
son.
[2]Schnauder
(1871-1956)
was
teaching
at
the Music School
D.
von
Arx
in
Winterthur
(see
Adreßbuch
Winterthur
1904).
[3]One
of them
may
have been
a
composition
for
two
violins and
piano (see Sigrid
Samson-
Schnauder
to
Otto
Nathan,
1
May
1957).
A
copy
of Schnauder 1905
is in
Einstein's collection
of musical
scores.
[4]Schnauder's
wife
Maria
Schnauder-Habermehl
(1867-1953),
son
Otto
(1896-1983),
and
daughters Sigrid (1900-1961)
and Hanna
(*1903).
[5]Einstein
received 3900 francs
as
Technical
Expert
third class
at
the Swiss Patent
Office
(see
Doc.
24).
[6]Hans
Wohlwend
was
working
for the
firm
Gebrüder Volkart
in
Karachi
at
this time
(in-
formation
provided
by
Max
Steidle,
a
nephew
of
Wohlwend).
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