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DOCUMENT
73
AUGUST 1900
Moane Olden
die
denken
Dees
is
a
dumme
Sach
.......
Ober
sogen
thans
nix,
Sonst
kriegatens
aufs
Dach.
Mein Doxerl
sei
Schnaberl
Des mecht
i
gern
hern
Und nachher ihm's lusti
mit meinem
verspern .....
Nun, Schätzchen,
bin
ich
schon den zweiten
Tag
hier
bei meinen
Alten und
recht
vergnügt
mit ihnen. Von
"Behandlung"
ist
gar
keine
Rede.
Ich habe
nie
speziell
von
Dir
gesprochen,
doch Dich
oft
da und
dort
genannt.
So viel
ich
merke,
haben
sie
gar
nichts
gegen unser
Verhältnis,
offenbar deshalb
weil
sie
nicht mehr
denken,
daß
wir
unsere
Zukunft verderben. Außerdem
wissen
sie
auch,
daß
ich
mich nicht beeinflussen
lasse.
Wenn
ich sie
nicht
reize,
wird
alles
seinen
muntern
Gang
nehmen-wir
ein
lustiges,
frisches
Paar und
sie
zufrieden und
vergnügt
damit.
O wie ich
mich
freue,
bis ich
Dich wieder
ans
Herz drücken kann! In den
ersten
Tagen
des
Oktober
wirds
sein!
Jetzt sollst Du
mirs aber
schön
haben,
Du mein
einziges
süßes Weiberl. Von der
"Stelle"
habe
ich
noch nichts
gehört.[2]
Aber
ich
nehms
leicht.
Wenn
ich
keine
erhalte,
dann
gibt
halt
die
"ganze
Familie" Privatstunden.
Dank
des
guten
häuslichen Futters
und
des
frohen Humors meiner Eltern
ist
mein Lebensmut wieder
gewaltig gewachsen.
Mein Vater
ist ein
ganz
anderer Kerl
geworden,
seit
er
seine
Geldsorgen
nicht
mehr
hat.[3]
Daß
alle
schwarzen Wolken verschwunden
sind,
siehst
Du schon
daran,
daß
er
mit mir
eine Reise
nach
Venedig macht,
nachdem wir
seine
Centralen
zusammen
besucht haben. Ich möcht Dich küssen
vor
Freude und
Entzücken,
mein kleiner lieber
Engel.
Jetzt
hast mir aber
lang
nicht
geschrieben,
Du wüste
Hex Du!
Hast wohl
gar
Angst,
es
kommt
"daneben",
oder bist
sonst
wild,
Du Fratzerl? Oder
magst
mich
gar nur
gwunderi[4]
und
hungrig
machen? Oder hast
gar
Angst
vor
schwesterlichen Witzen?
[2]
A position
as
Assistent
at
the ETH
(see
Doc.
69,
note
7).
[3]
Hermann Einstein had
recently
obtained
a
second concession
to
build and
operate
a
power plant
(see
Doc.
71,
note
2).
[4]
Swiss
German for
"neugierig."
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