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DOCUMENT
127
DECEMBER
1901
Freude,
wenn
ich
dran denke.
Es
freut mich noch mehr für Dich als für
mich.
Wir wären
die
glücklichsten
Menschen auf Erden
zusammen,
das ist
sicher.
Wir bleiben Student und Studentin
(horribile dictu)
solange
wir leben
und
kümmern
uns
keinen Dreck
um
die Welt.
Aber
wir
werden auch
nie
vergessen,
daß
wir alles
dem
guten
Marcelius
verdanken,
der unermüdlich
für
mich
bedacht
war.
Auch
will ich stets
begabten Jünglingen helfen,
wo
es
irgend
in
meiner Macht
liegen
wird,
das mach
ich
mir
zum
feierlichen Gelübde. Das
einzige, was
noch
zu
lösen
übrig
wäre,
das wär
die
Frage,
wie wir
unser
Lieserl
zu uns
nehmen
könnten; ich
möchte
nicht,
daß
wir
es aus
der Hand
geben
müssen.
Frag
einmal Deinen
Papa,
er
ist ein
erfahrener
Mann[12]
und kennt
die
Welt besser
als
Dein
verstrebter,
unpraktischer
Johonzel.
Es
soll
doch
nicht
mit
Kuhmilch
gestopft
werden,
es
könnt'
ja
dumm davon werden
(die
Deine
müßte
doch
viel
gehaltvoller
sein,
mein'
ich,
was
denkst?!).
Ich hab schon wieder
eine
sehr
naheliegende,
aber
wichtige
wissenschaftliche
Idee über Molekularkräfte bekommen. Du
weißt,
daß
bei
der
Mischung
neutraler
Flüssigkeiten
keine merkliche
Wärmetönung
stattfindet.[13] Aus
unserer
Theorie der Molekularkräfte
folgt
daraus,
daß zwischen
unseren
Konstanten
£
ca[14]
und den Molekularvolumina der
Flüssigkeiten
nahezu
Proportionalität
bestehen müsse.[15]
Wenn das wahr
wäre,
wärs mit der
molekularkinetischen Theorie der
Flüssigkeiten
aus
und
amen.[16]
Ich
will
einmal
sehen,
ob
ich in
den Ferien nicht den Ostwald oder Landolt auftreiben
kann.[17]
Ich werde entweder hier bleiben
(aus
Sparsamkeitsrücksichten)
oder
nach Zürich
gehen
und arbeiten
(da
hören
alle
Nebenrücksichten
auf).
Eben
sagt
mir mein
Schüler,
daß
es
doch noch nicht
so
unmöglich sei
mit
Bern. Seine
Mutter scheint
ein
bischen erleuchtet worden
zu
sein.
Jetzt
ist
mirs
[12] Milos Maric
was a
retired
Hungarian
civil servant
(see
Mileva Maric's ETH Mar-
trikel,
SzZE
Rektoratsarchiv, file
no. 85).
[13]
For the
law
of thermoneutrality
of salt
solutions,
see, e.g.,
Ostwald
1891,
pp.
179ff,
and
Nernst
1898,
pp.
557-561.
[14] See
Einstein
1901
and the editorial
note,
"Einstein
on
Molecular Forces."
[15]
The
proportionality
of
c
and the
specific
volume
may
be
derived
as
follows:
If
no
heat
is
evolved when
two
neutral
fluids
are
mixed
(see
note
13),
and
no
external work
is
done,
then the internal
energy
of the
system com-
posed
of the
two fluids will be
unchanged.
If
the
two fluids
were
at
the
same temperature
before
mixing,
the internal kinetic
energy
("Wärmeinhalt," see
Doc.
37,
note
34)
will
re-
main the
same.
Hence,
the internal
potential
energy
of the
system
will
also
be
unchanged.
Einstein's formula
for
the internal
potential
energy per
unit volume
of
a
fluid
(see
Einstein
1901,
p.
516),
when
applied
to
this
system
before and after
mixing, yields
the
propor-
tionality
for
the
two fluids.
[16]
Presumably
a
reference to
van
der
Waals's
theory,
which
was
often characterized
in these terms
(see, e.g.,
Nernst
1898,
pp. 214ff).
Einstein's molecular
force law
implies
that
a,
the
constant in
the correction
term to
the
pres-
sure
in
van
der Waals's
theory,
a/v2
(derived
in,
e.g.,
Boltzmann
1898,
§23),
is
proportional
to
the
square
of
Einstein's
c.
Einstein's conclu-
sion that
c
is proportional
to
v
then shows that
a/v2
is independent
of
v.
[17]
Presumably,
Ostwald 1891
and Landolt
and Börnstein
1894.
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