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[5]Einstein had asked Hans Albert to send photographs to Kocherthaler in February (see Doc. 48).
Hermann Anschütz-Kaempfe.
[6]Moritz Katzenstein, who lived in Charlottenburg.
[7]Eduard had been sent to Rheinfelden in April, presumably on a saltwater cure.
[8]Mileva had traveled to Novi Sad to be with her family following her father’s death (see Doc. 100
and Popovic 2003, p. 132).
[9]At the Lautrach Castle, which Anschütz had purchased (see Doc. 9).
180. From Edgar Zilsel[1]
Wien, 18. Währingerstrasse 71, den. 5. V. 1922
Sehr geehrter Herr Professor!
Auf Aufforderung des Herrn Prof. Schlick erlaube ich mir, mit gleicher Post ei-
nen Sonderabruck meines „Versuchs einer neuen Grundlegung der statistischen
Mechanik“
einzusenden.[2]
Den Kern des kritischen Teils enthält der §6 S. 129
ff,[3]
des positiven Teils der §15, S. 150 ff.
Es ist mir peinlich, dass ich Ihnen eine unvollkommene Arbeit einsenden muss.
Es gilt nämlich die Formel 20 auf S. 146 nicht allgemein, denn bei meiner Zelltei-
lung, die dem Verlauf der Phasenkurve angepasst ist, erscheint ohne Annahme über
die Kurvengestalt nicht sichergestellt, dass alle Permutationen, die der Ansatz 20
mitzählt, wirklich
vorkommen.[4]
Durch diesen Fehler wird m. E. der Kern der Ar-
beit nicht berührt, da sich in den Ausführungen des §14 der Maxwell-Boltzmann-
Stern A, der an der erwähnten Formel hängt, durch einen beliebigen Bereich von
ungeheuer überwiegender rel. Verweilzeit ersetzen lässt, ein Bereich, der sich ja
stets unschwer gewinnen lässt. Trotz dieser Änderung würde das Ergebnis der ein-
gesandten Arbeit aufrecht bleiben nämlich der Satz (S.
50/51):[5]
„Wenn es einen
gewissen Zustand gibt, in welchem ein statistisches System überwiegend lange
verweilt, so nähert es sich diesem Zustand von jedem Ausgangszustand aus sofort
bei Prozessbeginn.“ Dieser Satz scheint mir den realen Inhalt der sog. Irreversibi-
lität auszudrücken; ihn aus einer rein phoronomischen Annahme ohne Zuhilfenah-
me des bedenklichen Wahrscheinlichkeitsbegriffes abzuleiten, war die Aufgabe,
die ich mir gestellt hatte. Es scheint mir nämlich die prinzipielle Schwierigkeit der
physik. Statistik nur in dieser Auszeichnung der Prozessrichtung, nur in der Irre-
versibilität, nicht im Entropiesatz zu liegen. Über die Grössen Entropie und Tem-
peratur besagt meine Arbeit nichts, weder in ihrer gedruckten Gestalt noch auch in
der hier angedeuteten korrigierten. Freilich wäre es gut gewesen, den Unterschied
zwischen Irreversibilität und 2. Hauptsatz in der Arbeit scharf herauszuarbeiten.
Hoffentlich ist meine ganze Auffassung nicht irrig; Ihrem Urteil würde ich den
allergrössten Wert beimessen. Da Wiener Physiker meiner Arbeit scharf opponier-
ten, versuchte ich in einem Nachtrag noch kurz zu entwickeln, wie sich auf meinen
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