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[4]Anschütz & Co. won the case against the Gesellschaft für nautische Instrumente (GNI) (see
Doc. 1640), but GNI filed an appeal.
[5]Einstein expressed skepticism about this idea in Doc. 239.
[6]Walther Rathenau was assassinated the day before. For details, see Doc. 245.
[7]The castle resort Anschütz was restoring for use by members of the philosophy faculty of the
University of Munich.
251. From Paul Epstein
[Pasadena,] den 26. 6. 22.
Hochgeehrter Herr Professor!
Vor einigen Wochen traf hier Ihr freundlicher, an Millikan, Tolman und mich ge-
richteter Brief
ein,[1]
und es war mir eine grosse Freude auf diesem Briefe Wege
eine Nachricht von Ihnen zu erhalten. Allerdings is Tolman an unserer Schule an-
gestellt, aber er tritt seine Professur erst im kommenden Herbste
an[2]
und hält sich
vorläufig noch in Washington auf.
Was mich betrifft, so habe ich auf Besetzungsfragen nur insofern Einfluss, als
mich Millikan um Rat fragt. Ich konnte daher nichts anderes tun als Ihren werten
Brief mit meiner Befürwortung an Millikan weiterzuschicken, der sich zur Zeit als
Austauschprofessor in Belgien und Frankreich aufhält.
Inzwischen lese ich dass elf Mitglieder des Völkerbundkomités für geistige Ar-
beitsgemeinschaft gewählt
sind.[3]
Nun weiss ich nicht, ob das Prinzip aufgestellt
wurde nur Wissenschaftler derjenigen Nationen zu wählen, welche dem Völker-
bunde beigetreten sind. Ich würde es aber bedauern, wenn das der Fall wäre. Es
trifft sich ja sehr glücklich, dass durch Ihre Person die deutsche wissenschaftliche
Maschine in die Weltorganisation mit einbezogen ist, denn ohne Deutschland hätte
die ganze Sache nicht viel Zweck. Es scheint mir aber, dass auch das Fehlen von
Amerika sehr zu bedauern wäre. Amerika hat das Geld, und es wird hier freigebig
wissenschaftlichen Zwecken zur Verfügung gestellt. Die Verwendung der grossen
Mittel ist aber nicht immer ganz zweckmässig, und ich glaube, dass eine Durch-
dringung Amerikas mit europäischen Ideen für die Entwicklung der Wissenschaft
hier sehr nützlich sein würde. Es ist unzweifelhaft, dass auch Europa sehr viel
durch diese Zusammenarbeit gewinnen könnte. Daher würde ich es sehr begrüssen,
wenn Sie den noch vakanten zwölften Platz einem Amerikaner einräumen würden,
und zwar einem möglichst einflussreichen. Da Hale’s Gesundheit stark zerrüttet
ist,[4]
glaube ich nicht, dass Sie einen besseren Mann finden könnten als Millikan,
was wissenschaftliches Ansehen, praktische Einsicht und Energie betrifft. Voraus-
gesetzt, natürlich, Sie brauchen einen exakten Wissenschaftler.
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