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nun meine Ferienpläne plötzlich abgeändert und gehe dies Jahr zu meinen Buben
nach Zürich auf einen
Monat.[5]
Ich werde aber den Buben den Mund damit wäs-
serig machen, dass sie so herzlich nach Kiel eingeladen waren.
Sie und Ihre Frau grüsst herzlich Ihr
A. Einstein.
ALS (Nachlass Dorothea Kubierschky). Lohmeier and Schell 2005, pp. 168–169. [80 721].
[1]Einstein had left Berlin for Kiel in the wake of Rathenau’s assassination to testify in Anschütz-
Kaempfe’s suit against the Gesellschaft für nautische Instrumente (see Doc. 257).
[2]Anschütz wrote to Arnold Sommerfeld the same day that “Einstein is tired of Berlin, with every-
thing that goes with it in the way of visits and official things and wants to go, horribile dictu, into the
technical side of things; he asked me first if I could use him, and if he could be of value to me in my
factory” (“Einstein ist müde von Berlin mit Allem, was daran hängt an Besuchen u. offiziellen Dingen
u. will horribile dictu in die Technik; da hat er nun mir die Frage gestellt, ob ich ihn brauchen könne,
u. ob er mir in meinem Werk von Wert sein könne”; GyMDM, HS 1977-28/A,5).
[3]In his letter to Sommerfeld, Anschütz continued: “Einstein has already looked at an old house
here, which he wants to buy, he has discovered a wild garden with delighted eyes” (“Einstein hat
bereits ein alter Haus hier angesehen, das er kaufen will, einen verwilderten Garten hat er begeisterten
Augen begrüßt”). The villa was owned by the heirs of Henriette Esmarch, Princess of Schleswig-Hol-
stein-Sonderburg-Augustenburg, aunt of Empress Auguste Victoria, wife of Emperor Wilhelm II.
[4]In contrast to the black-red-gold flag of the republic, the black-white-red flag symbolized the
monarchy and monarchists. At the 26 June session of the German parliament, Social Democratic
member Otto Wels declared that “the monarchist flag has now turned into the standard of murderers”
(“Die schwarzweißrote Fahne ist heute zur Mörderfahne geworden”; Berliner Tageblatt, 26 June
1922, Evening Edition).
[5]Their original plan was to spend the vacation in the Spandau cabin starting around 17 July (see
Doc. 243).
277. To Debendra Nath Bannerjea
[Berlin,] 12. VII. 22
Sehr geehrter Herr!
Leider Ich danke Ihnen herzlich f. Ihren frdl.
Brief.[1]
Leider kann ich Sie im
Laufe der nächsten Wochen nicht hier in Bln. empfangen, weil ich mich während
der Schulferien meiner Kinder (etwa v. 17. Juli an) in Zürich aufhalte. Falls Sie die-
se Stadt berühren sollten u. dort über einige Zeit verfügen, ersuche ich Sie mir an
d. Adr. Büchnerstr. 3 Zürich Nachricht zu senden. Leider muß ich Ihnen mitteilen,
dass ich mich aus innerpolitischen Gründen bewogen gesehen habe, aus der Com-
mission internationale pour la coopération intellectulle auszutreten, trotzdem mir
das durch dieselbe erstrebte Ziel sehr am Herzen
liegt.[2]
Ich habe nämlich die
Ueberzeugung gewonnen, dass die hiesigen Intellektuellen mich nicht eigentlich
als ihren Vertreter empfinden würden, so dass es durchaus im Interesse der Sache
wäre, wenn eine hinsichtlich des angedeuteten Gesichtspunktes geeigneter Persön-
lichkeit aus Deutschland in d. C. gewählt würde.
Mit ausgezeichneter Hochachtung Ihr ergebener
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