D O C U M E N T 3 1 2 J U L Y 1 9 2 2 4 3 7
3) Ihre Hauptleistung, die mir auch abgesehen von dem Problem der Ton-Erzeu-
gung von erheblicher technischer Wichtigkeit zu sein scheint, ist die Lösung des
Problems, einen umlaufenden Motor durch einen Kontaktpendel bezüglich seiner
Umlaufsgeschwindigkeit so zu regulieren, dass die Gleichmässigkeit seiner Bewe-
gung der des Pendels absolut
entspricht.[2]
Sie erreichen so die Anregung der Sai-
ten mit der genau richtigen Frequenz, ohne eine Rückwirkung der Saitenbewegung
auf den Mechanismus der Strom-Erzeugung zu benötigen. Ich glaube, dass Ihre
Regelungs-Methode auf den verschiedensten Gebieten der Präzisionsmessung mit
Erfolg verwendet werden könnte.
Mit ausgezeichneter Hochachtung
A. Einstein.
TLS (NNLBI, AR 136: Albert Einstein Collection). [85 510]. The letter is addressed “Herrn Dr.
Richard Eisenmann.”
[1]In fulfillment of Eisenmann’s request expressed in Doc. 297.
[2]See Eisenmann’s U.S. Patent 1,350,214, “Device for Regulating and Maintaining Constant the
Speed of Motors,” granted on 17 August 1920.
312. To Hendrik K. de Haas[1]
Berlin, den 27. VII. 22.
Hochverehrter Herr Kollege!
Ich weiss die grosse Ehre und Freundlichkeit voll zu würdigen, die in der durch
Sie ergangenen Aufforderung der Battaafsch
Genootschap[2]
sowie in [d]er der
Rotterdamsch Naturkundig
Genootschap[3]
liegt. Zu meinem grossen Bedauern
kann ich der Einladung aus folgendem Grund nicht Folge leisten.
Die Gesellschaft der Naturforscher und Aerzte hat im September ihre Jahresver-
sammlung in Leipzig, welche zugleich Gedächnisfeier des 100 jährigen Bestehens
dieser Gesellschaft ist. Diese hat mich schon vor einem Jahr aufgefordert, den Fest-
vortrag zu übernehmen. Die aufgeregten hiesigen Verhältnisse, die im Rathenau-
Mord allen zum Bewusstsein gebracht worden sind, hatten zur Folge, dass ich aus
Gründen der persönlichen Sicherheit diesen Vortrag absagen
musste.[4]
Es würde
nun in den Reihen der deutschen Naturforscher ohne Zweifel als Kränkung ja [f]ast
als Brüskierung empfunden werden, wenn ich bei einer analogen Gelegenheit im
Ausland ungefähr zur selben Zeit den Festvortrag übernehme. Indem ich Sie bitte,
diesen Grund voll zu würdigen und dem Direktorium meinen herzlichen Dank für
die ergangene Einladung zu übermitteln, bin ich Ihr ganz ergebener
Previous Page Next Page