4 8 0 D O C U M E N T 3 3 4 A U G U S T 1 9 2 2
an die Frage: was bedeutet die Spaltung der Natur in „Individuen“?— Vor Deiner
Abreise schreibe ich Dir noch einen längeren Brief—im Augenblick nur dieses
hauptsächlich für Ilse Margot bestimmt.
Meine Frau fährt am 4/5 Sept. mit Tanitschka nach Jena um dort Wassik in „Trü-
pers Erziehungsheim“ abzuliefern. [[Di]e Leute u. Einrichtungen da sind ganz vor-
züglich wie ich mich eben durch persönlichen Besuch überzeugt
habe][2]
Von
Jena kommt meine Frau mit Tanitschka circa am 7. od. 8. Sept. nach Berlin um ihre
russ. Freunde dort zu sehen.— Falls Ilse ihr nach Jena schreiben will so per Adres-
se: Jena-Trüpers Erziehungsheim.— Meine Frau wird in Berlin an[ge]kommen te-
lephonisch Contact mit Euch suchen. Von Berlin aus sollen die beiden nach ein
paar Tagen irgendwohin an die Ostsee gehen.— Tanitschka soll zum 30 IX (Beginn
der Universitätsvorles.—sie hat ihr Examen gut
erledigt!!!)[3]
wieder hier sein mei-
ne Frau bleibt länger in Deutschl.
Recht herzl. Grüße Euch allen.
AK. [10 064]. The postcard is addressed “Prof. Dr. A. Einstein Berlin Haberlandstr. 5,” and post-
marked “Leiden 29. VIII. 22. 16N[amiddag],” with return address “P. Ehrenfest Leiden (Holland).”
There are perforations for a loose-leaf binder at the left margin of the document.
[1]On the reunion, see Doc. 316.
[2]Tatiana Ehrenfest-Afanassjewa and Tatiana Ehrenfest. Ehrenfest had informed Einstein of Was-
sily’s diagnosis of Down syndrome a month earlier (see Doc. 316). On his way back to Leyden from
Vienna, Ehrenfest had stopped over at Jena and arranged for Wassily’s treatment at the Erziehungs-
heim und Jugendsanatorium on the Sophienhöhe outside of Jena. For details, see Doc. 316 and Ehren-
fest’s two letters to Tatiana Ehrenfest-Afanassjewa, 23 August 1922 (NL-LeRM), [94 762] and [94
763]. Outer square brackets are in the original.
[3]By passing a “state examination,” she managed to skip the last year in Gymnasium and earned
the right to matriculate in a university (see Paul Ehrenfest to Paul Epstein, 9 September 1922; CPT,
Paul Epstein Collection, folder 3.32).
334. To Richard B. Haldane
Berlin, den 30. VIII. 22.
Verehrter Lord Haldane!
Dieses Briefchen wird Ihnen ein Lächeln entlocken, aber ein gütiges, dessen bin
ich sicher. Ich möchte mir nämlich erlauben, Ihre gütige Aufmerksamkeit auf den
beiliegenden Rechbergschen Artikel aus dem Berliner Tageblatt zu lenken. Dieser
scheint mir eine glückliche Lösung des Reparationsproblems zu enthalten, viel-
leicht die einzige, die eine harmonische Entwicklung für die Zukunft
ermöglicht.[1]
Von französichen Freunden höre ich, dass Poincaré einem solchen Plane durchaus
nicht ablehnend gegenüber stehe, dass aber auf englischer Seite erhebliche Wider-
stände zu überwinden
seien.[2]
Da mir der Plan so vernünftig und naturgemäss
Previous Page Next Page