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Mit den besten Wünschen für Sie und die Ihren und herzlichen Grüssen bin ich
Ihr
A. Einstein.
P. S. Falls es sich um Unterstützung wissenschaftlicher Institute handeln sollte,
möchte ich Sie auf die jüdischen Universitätskurse in Kowno aufmerksam machen,
welches Unternehmen für die Ermöglichung des Studiums für Ostjuden einen
wahrhaft heroischen Daseins-Kampf
führt.[3]
ALS (DLC, Manuscript Division, Jacques Loeb Papers, mm 73030429). [15 193].
[1]The problem is posed in Doc. 344.
[2]In Doc. 344, Loeb suggested that he spend a few years in the United States.
[3]For his involvement in the Kowno Jewish university, see Abs. 417.
369. From Michele Besso
Bern, den 24 IX 22
Lieber Albert.
Über Deinen Reiseplan weiss ich nichts; diese Zeilen erreichen Dich vielleicht
noch in Berlin, um Dir noch einen guten Wunsch auf den langen Weg zu bringen.
Wenn alles gut geht, können diese zweimal sechs Wochen Seereise eine gute Aus-
ruhzeit bedeuten, die Du voll geniessen mögest.
Das letzte, was ich von Dir hörte kam mir von meinem Vetter Arrigo Cantoni
zu,[1]
der sich über Deinen freundlichen Empfang sehr gefreut hat. Direkt habe ich
schon lange nichts mehr gehört, meine zwei letzten Briefe hast Du nicht
erhalten,[2]
oder Du hast über deren Inhalt gedacht, ich hätte mir von selbst klar sein können,
dass ich Dich in der betreffenden Richtung hätte ruhig lassen sollen, weil es aus-
serhalb Deines Tätigkeitsgebietes liegt.
Anschliessend an das bekannte Paradoxon (welches die Grundvoraussetzung
der speziellen Relativitättheorie vergisst) wonach für einen von uns und wieder zu-
rück zu uns mit Quasi-lichtgeschwindigkeit bewegten Beobachter unsere Uhren
ebenso beinahe stillgestanden sein müssten, wie für uns seine Uhren, hat Vero die
Frage aufgeworden, wie es mit einem gegen uns mit Quasi-lichtgeschwindigkeit
bewegten Beobachter steht, der die Rundreise der sphärischen Welt macht: „Für
ihn würden wir, während der Rundreise, ebensowenig merklich altern, als er für
uns“. Das Paradoxon ist ähnlich dem, den ich Dir schon vorlegte von der Lorentz-
Verkürzung zweier gegenanderbewegter geradester Ringe, und löst sich in gleicher
Weise: doch scheint es mir didaktisch interessant, diesen Fall zum genauen Durch-
denken dem so weit gediehenen Anfänger aufzugeben. (Es ist doch so, dass die
wirkliche Massenverteilung, die für den einen Beobachter eine sphärische Welt
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