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449. To Svante Arrhenius
Berlin, den 23. März 1923.
Sehr verehrter Herr Kollege!
Nehmen Sie nochmals meinen besten Dank für Ihre liebenswürdige kapitalisti-
sche
Fürsorge.[1]
Mit Ihrem Vorschlag, im Juli nach
Cotenburg[2]
zu kommen statt
im Winter nach Stockholm, bin ich sehr einverstanden und auch gerne bereit, dort
den gewünschten Vortrag zu halten. Was den letzteren betrifft so bedaure ich nur,
dass sich meine neue Theorie über die Wesenseinheit von Gravitation und Elektro-
magnetismus nicht populär gestalten
lässt.[3]
Vielleicht könnte der Vortrag aus ei-
nem populären und einem mehr fachwissenschaftlichen Teil gebildet werden. Dies
nur als Anregung; ich werde mich natürlich ganz nach Ihren Wünschen richten.
Meine Frau, die ja eine sehr grosse Reise hinter sich hat, werde ich nicht mit-
bringen, wohl aber vielleicht meinen älteren Sohn, der gerade
studiert.[4]
Was wir
dann noch unternehmen wollen, überlasse ich einstweilen mit Iher gütigen Erlaub-
nis der Fürsorge der Götter.
Mit freundlichen Grüssen bin ich Ihr ganz ergebener
TLS (SSVA, Svante Arrhenius Archive, Letters to Svante Arrhenius, vol. E1:6). [73 214]. The letter
is addressed “Herrn Prof. Dr. Svante Arrhenius Stockholm.”
[1]For Arrhenius’s arrangements for depositing Einstein’s Nobel Prize money and his proposed
itinerary of Einstein’s visit to Sweden, see Doc. 445.
[2]Gothenburg.
[3]See Doc. 417, chap. 3.
[4]At the Eidgenössische Technische Hochschule (see Doc. 306).
450. To Carl Brinkmann
Berlin, 23. März 1923.
Lieber Herr Brinkmann!
Als die Vertretungsfrage auftauchte, waren Sie der erste Mann, an den ich
dachte.[1]
Es hat mich damals nur die Erwägung zurückgehalten, dass Sie wegen
Ihrer Beziehungen zum auswärtigen Amt mehr als Politiker vielleicht denn als Ge-
lehrter betrachtet werden könnten, ja gerade als ein Organ der deutschen Regie-
rung. Das glaubte ich unbedingt vermeiden zu müssen, da die andern Männer in der
Kommission ebenfalls beruflich keine Beziehungen zu ihren Regierungen haben
(so viel mir bekannt ist).
Nun aber ist die ganze Frage gegenstandslos. Mein Aerger über die Ohnmacht
und moralische Abhängigkeit des Völkerbundes hat mich dahin gebracht, dass ich
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