D O C U M E N T 1 6 A P R I L 1 9 2 3 3 7
ich von Ihnen zuletzt durch meinen alten Freund & Berliner Univ. Kollegen Nagao-
ka
gehört,[2]
der mir Ende Dez. 1922 aus Tokyo schrieb, dass Sie sich dort befinden
und enthusiastisch empfangen werden. Es ist charakterisch, was er, inter alias,
schreibt: “Japanese public is usually very cold to foreign scientific lecturers, but
this time every nook and corner of a large public lecture hall were occupied by the
interested multitudes, and Einstein was quite astonished at finding a large number
of the crowd climbing up even to the platform of the amphitheatre, to listen to the
words of the creator of the principle of
relativity.…[3]
Einstein remarked that never
before was his theory so highly appreciated by the public, as in Japan!” Es freut
mich natürlich Ihnen diese guten Gefühle der Japaneser mitzuteilen. Whence the
long digression.
Nagaoka schrieb mir, dass Sie von Japan nach Jerusalem reisen, und da ich so-
eben las dass Sie im März in Madrid vortrugen, schliesse ich, dass Sie in Ihrer
Rückkehr nach Hause sind und schreibe Ihnen.
Erstens, möchte ich Ihnen auf’s Herzlichste gratulieren zu der glänzenden Be-
stätigung durch W. W. Campbel (of the Lick Observatory) Ihrer Lichtablenkung
Formel.[4]
Gestern habe ich nur eine vorläufige Nachricht erhalten, dass der Mittel-
werth, aus 12 Platten, rund 1″.75 (reduced to the Sun’s limb) beträgt. Ich werde
demnächst von Campbell (für mein Relativity Committee of the Internation. As-
tron. Union, bestehend aus Michelson, Dayton Miller, Kasner und
mir)[5]
alle De-
tails officiell erhalten; ich zweifle aber auch jetzt nicht dass das Resultat sehr nahe
1″.75 gefunden worden ist, und mit viel besserem photographischen Material als
von Dyson in
1919.[6]
Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie Sie sich darauf freuen
(trotzdem Sie mir einmal sagten, dass Sie sich sehr wundern würden wenn 1″.75
nicht herauskommen würde; im Grunde werden Sie sich doch freuen, denn nichts
kann uns garantieren, dass die Natur sklavisch auch den feinsten theoretischen For-
meln in allen Stücken folgen wird; Sie werden sich doch in dergl. mystische Be-
griffe wie „rationality of Nature“ nicht ernstlich einlassen). Ich schreibe nichts
mehr darüber, weil Sie wahrscheinlich schon die gute Nachricht erhalten haben.
Sollte ich aber von Campbell mehr wie ein Exemplar der Photographien bekom-
men, so werde ich Ihnen eins schicken.
Zweitens, möchte ich mitteilen dass Michelson an dem rot. terrestr. opt. Experi-
ment weiter unablässig
arbeitet.[7]
Den Lichtweg hat er schon auf 6,500
Fuss gebracht und die Präzision der Messung 5fach vergrössert (er ist jetz im Stand
0⋅01
“fringewidth“ zu unterscheiden. Doch stellte sich heraus, dass in freier Luft
die Interferenzfransen so lebhaft zittern, dass man nichts messen kann, und wir sind
damit beschäftigt Geldmittel zu sammeln, um das Licht (all around) in Röhren (12
Previous Page Next Page