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ALSX. [8 431].
[1]On the occasion of the twenty-fifth anniversary of the discovery of radioactivity (see the preced-
ing document).
[2]Regarding Einstein’s resignation from the International Committee on Intellectual Cooperation,
see Einstein 1923p (Doc. 19). In contrast to Einstein, Curie-Sk¤odowska believed that the opposition
in Germany to his membership on the committee should be combated (see Marie Curie-Sk¤odowska
to Einstein, 7 July 1922 [Vol. 13, Doc. 268]).
[3]In his letter of 4 July 1922 (Vol. 13, Doc. 262).
[4]To the fourth Solvay Congress, planned for April 1924 (see Docs. 102 and 115).
182. To Hendrik A. Lorentz
[Berlin,] 25. XII. 23.
Verehrter Herr Lorentz!
Bei Hertz erhielt ich auf der Heimreise Ihren lieben
Brief,[1]
mit dem ich mich
ungemein freute. Sie werden mit Ihrer weisen väterlichen Art und Ihrer feinen Ein-
fühlung viel dazu beitragen, dass die wissenschaftlichen Menschen wieder wie
ehedem harmlos und freudig zusammenwirken. Frau Curie habe ich schon
geschrieben,[2]
dass meine Gesinnung ihr gegenüber noch gleich herzlich ist wie
früher. Es war wirklich besser, dass ich jetzt nicht nach Paris eingeladen wurde,
denn ob ich gegangen wäre oder nicht, immer hätte es zu peinlichen Deutungen
Anlass gegeben. Das haben Sie und die Pariser Freunde richtig
empfunden.[3]
Es
freut mich zu hören, dass Sie mit so günstigen Eindrücken aus Frankreich zurück-
gekehrt sind. Vielleicht kommt bald die Zeit, in der die wissenschaftlichen
Beziehungen wieder aus der trüben Atmosphäre politischer Leidenschaften her-
ausgehoben werden.
Langevin war schon ziemlich ermüdet, als er im Sommer hier war. Er hat zuviel
Pflichten übernehmen müssen, um seine Familie zu versorgen, und ausserdem wir-
ken die politischen Dinge auf diesen aussergewöhnlich gerechten Mann besonders
bitter. Dabei hält er es für seine Pflicht, selbst zu wirken. Deshalb ist er im Sommer
hergekommen, ein Unternehmen, das viel Mut und Selbstverläugnung erforder-
te.[4]
Dazu verzehrt das Leben in Paris die Nervenkraft besonders stark durch die
gesteigerte Lebendigkeit und Raschheit. Ich freue mich sehr, wenn er sich etwas in
die Stille der Provinz zurückziehen kann. Er lebt gewöhnlich unter Verhältnissen,
die jede beschauliche Vertiefung ausschliessen .
Ich sehe eine Möglichkeit den Quantenthatsachen von der Feldtheorie aus bei-
zukommen unter Preisgabe der mechanischen
Gleichungen.[5]
Das mechanische
Verhalten der Elektronen (Singularitäten) soll durch überbestimmte Feldgleichun-
gen mitbestimmt werden. Leider sind die mathematischen Schwierigkeiten für
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