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197. To Heinrich Zangger
Berlin, 15 I. 24.
Lieber Zangger!
Besten Dank für den lieben Brief. Ich gehe auf keinen Kongress, wenn ich nicht
unbedingt muss, also auch nicht nach
Neapel.[1]
Im stillen Kämmerlein oder draus-
sen in der Welt allein ists besser. Ich habe jetzt eine interessante Möglichkeit für
die Lösung des Quantenproblems—vielleicht nur eine fata morgana, aber
schön.[2]
Grüssen Sie Weyl
herzlich.[3]
An Ferrero erinnere ich mich
nicht.[4]
Auf den ange-
kündigten Kriegsmann freue ich mich, weils ein schweizerischer ist. Hier ist Ord-
nung, aber viel Not. Kohlenminen durch Micum-Abkommen unmöglich belas-
tet.[5]
Aber Hoffnung auf Einsicht und guten Willen gestiegen. Vielleicht komme
ich im Herbst auf Nat. Vers. in Luzern, wo ich leider predigen
soll.[6]
Herzliche Grüsse Ihr
A. Einstein
AKS (SzZuZB, Nachlass H. Zangger, box 1a). Schulmann 2012, p. 403. [89 505]. The card is ad-
dressed “Herrn Prof. Dr. H. Zangger Bergstr. Zürich (Schweiz)” and postmarked “Berlin-Wilmers-
dorf 16. [1]. 24 1–2 N[achmittags].”
[1]Einstein had been invited to give a lecture at the fifth International Congress of Philosophy in
Naples, 5–9 May 1924 (see Abs. 261).
[2]Einstein 1924d (Doc. 170).
[3]Hermann Weyl.
[4]Guglielmo Ferrero (1871–1942) was an Italian journalist, novelist, and historian.
[5]The MICUM agreement (Mission interalliée de Contrôle des Usines des Mines) made it possible
to restart production in the Ruhr region, where coal mining was hindered by the passive resistance of
the population against the occupying French and Belgian troops.
[6]He was invited to participate in the meeting of the Schweizerische Naturforschende Gesellschaft
in Abs. 255.
198. From Leo Szilard[1]
Berlin-Dahlem, Faradayweg 4–6, den 18. 1. - 24.
Sehr verehrter Herr Professor!
Beigeschlossen liegt eine Laue Aufnahme von
Zucker;[2]
die Umgebung der
Flecke scheint recht rein zu sein. Die Vorrichtung zum erhitzen von Aluminium-
drähten wird dieser Tage fertig; da bei dem suchen nach der Änderung in der
Compton Strahlung das kontinuirliche Spektrum sicherlich sehr störend sein wird,
so versuchen wir jetzt zusammen mit Herrn
Böhm,[3]
der im Nachbarinstitut arbei-
tet, ein Rohr zu bauen bei welchem die Strahlung durch die durchbohrte Kathode
(in der entgegengesetzen Richtung zu den Kathodenstrahlen) abgenommen wird.
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