3 3 2 D O C U M E N T 2 1 3 F E B R U A R Y 1 9 2 4
Tode.[2]
Mit ihm ist einer der vollkommensten und wunderbarsten Menschen aus
dem Leben gegangen, die ich kennen zu lernen das Glück hatte. Die wenigen Stun-
den, die ich mit ihm zusammen in New York und Washington verbringen durfte,
gehören zu den wertvollsten und glücklichsten Erinnerungen meines
Lebens.[3]
Wunderbar war es, wenn er von der Entwicklung seiner Gedanken und Arbeiten er-
zählte, die die Wissenschaft so tief beeinflussten, und wenn er über menschliche
und politische Dinge sprach, feurig und resigniert zugleich. Nun ist er plötzlich als
Person weg, und nur seine machtvollen Gedanken sprechen noch zu den Überle-
benden.
Ihnen, gnädige Frau, spreche ich mein tiefes Mitgefühl aus, mich einfühlend in
Ihren herben Schmerz. Mögen Sie später Trost finden in Ihren Kindern, in denen
der Teure weiterlebst in verjüngter
Gestalt.[4]
Ihren Herrn Sohn lade ich freundlich
ein, mich zu besuchen, wenn er nach Europa kommt.
Ihnen und Ihrem Herrn Sohne drückt in tiefem Mitgefühl die Hand Ihr herzlich
ergebener
A. Einstein.
ALS (DLC, Manuscript Divsion, Papers of Jacques Loeb, Mss30429, box 4). [15 195].
[1]Anne Loeb (1862–1951) was the wife of Jacques Loeb.
[2]Jacques Loeb died unexpectedly on 11 February 1924 during a holiday in Bermuda (see Pauly
1987, p. 163).
[3]On their meeting in the United States, see Doc. 187, note 1.
[4]Leonard B. Loeb, Robert F. Loeb (1895–1973), and Anne L. Loeb (1902–?).
213. To Reta Anschütz-Stöve
[Berlin,] 23. II. 24.
Liebe Frau Anschütz!
Ich danke Ihnen herzlich für Ihr freundliches
Briefchen,[1]
das allseitig beruhigt
hat. Besonders meine
Frau[2]
hat es dankbar anerkannt. Ich hatte mir schon vorher
gedacht, dass Sie weder in diesem noch in einem anderen Fall eine beleidigende
Absicht haben können; dazu habe ich Sie genug kennen gelernt. Aber es galt, dies
auch meiner Frau zu zeigen, und ihr zu beweisen, dass die grossen Freundlichkei-
ten, die wir von Ihrer und insbesondere Ihres
Mannes[3]
Seite zuteil wurden, keine
Spitze gegen sie haben. Das ist nun völlig erreicht.
Mir geht es dauernd gut. Die Zeit verstreicht in emsiger Arbeit, da ich an einer
sehr schwierigen Theorie kaue, von der ich noch gar nicht weiss, ob sie zum Ziel
führt.[4]
Von den
Buben[5]
habe ich erfreuliche und frohe Nachrichten.
Mit den besten Grüssen an Sie und Ihren Mann und mit aufrichtigem Dank für
Ihren freundlichen Brief Ihr
A. Einstein.
Previous Page Next Page