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aus dem Komite für intellektuelle Zusammenarbeit ¢nicht²erklärt und damit be-
gründet, dass mir nicht für das Wirken dieser Kommission im Besonderen sondern
für das Wirken des Völkerbundes als Ganzes das Vertrauen fehle. Ich zögere nicht,
Ihnen zu sagen, dass gerade meine besten und einsichtsvollsten Freunde diesen von
mir gethanen Schritt aufs Lebhafteste bedauert
haben.[3]
Auch ich selbst kam lang-
sam zu der Meinung, dass ich mich dabei mehr von einer vorübergehenden Stim-
mung der Entmutigung als von klarer Überlegung habe leiten lassen. Denn mag der
Völkerbund bis jetzt auch vielfach versagt haben, so muss er doch ¢in dieser trau-
rigen Ziet² als diejenige Institution angesehen werden, welche in dieser traurigen
Zeit dem Freunde aufrichtiger internationaler Verständigung am meisten Aussicht
auf heilsame Wirkung bietet. Dazu kommt aber noch die Erwägung, dass im ge-
genwärtigen Augenblick von Seiten der in diesem Lande wohnenden Freunde der
Verständigung alles gethan werden muss, damit der vom französischen Volke deut-
lich geoffenbarte Verständigungswille für Europa Früchte trage.
Deshalb erkläre ich Ihnen, dass ich eine eventuelle Wahl in die Commission
dankbar annehmen würde und bemüht sein würde, mein Mögliches für das Gelin-
gen der guten Sache zu thun. Wenn aber die Wahl nicht erfolgen wird, was ich an-
gesichts des Vergangenen ganz natürlich finden würde, wäre ich auch gern bereit,
in Einzelfällen ¢zu thun² für die Commission zu wirken.
ADftX. [34 808]. Nathan and Norden 2004, p. 85. This draft is entitled “Brief an Murray. Juni 24” in
Einstein’s hand.
[1]Dated by Abs. 368.
[2]Abs. 359.
[3]For Einstein’s letter of resignation, see Doc. 19. For an example of the reactions of Einstein’s
friends, see Michele Besso to Einstein, 23 March 1923 [Vol. 13, Doc. 452]).
259. To Paul Ehrenfest
[Berlin,] 31. V.
24[1]
Lieber Ehrenfest!
Ich gratuliere Dir zur frohen Rückkehr und bewundere Dich aufrichtig, dass Du,
nachdem Du nun so lange herumkutschiert bist, schon wieder dran denken kannst,
mit mir nach Californien zu
gehen.[2]
Bei mir ist es aber umgekehrt. Ein bischen
menschenscheu, wie ich bin, ist mir der Gedanke an eine solche Reise recht unbe-
haglich, so schön es dort sein mag. Dazu kommt noch, dass ich den Südamerika-
nern versprochen habe, dass meine erste aussereuropäische Reise zu ihnen sein
würde.[3]
Ich hätte ja dieses Jahr schon hingehen sollen, konnte mich aber nicht ent-
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