4 4 2 D O C U M E N T S 2 8 4 , 2 8 5 J U L Y 1 9 2 4
284. To Paul Langevin
[Berlin,] 11. VII. 24
Lieber Langevin!
Wie hab ich mich mit Ihrem Brief gefreut! Ich werde am 20. hier abreisen und
direkt nach Genf fahren und kann es kaum erwarten, Sie zu
sehen.[1]
Mit
Scheel[2]
habe ich gleich gesprochen, nachdem ich ihm vorher geschrieben hatte. Ich fand
ehrliches Entgegenkommen, aber zugleich eine Schwierigkeit, an der er ganz un-
schuldig ist. Scheels Schwiegermutter liegt schon Monate lang bei ihm tödlich er-
krankt und wird sicher bald sterben. Die
Frau,[3]
welche ganz allein steht ist so
erschöpft von der monatelangen Pflege, dass ihre Nerven schweren Schaden gelit-
ten haben. Er kann sie jetzt nicht verlassen. Scheels guter Wille steht aber ausser
allem Zweifel, und auch das auswärtige Amt, bei dem er angefragt hat, hat ihn er-
mutigt, bei der Sache
mitzuarbeiten.[4]
Die politische Atmosphäre hat sich Gott sei
Dank gebessert, wenn auch die lang gehegte lang gehegte schlechte Gesinnung in
einem grossen Teil der Völker noch weiter nachwirkt. Wenn es irgend möglich ist,
wird Scheel kommen, wenn nicht, dann später.
Es grüsst Sie herzlich Ihr
A. Einstein.
ALSX. [15 369].
[1]To attend the fourth session of the International Committee on Intellectual Cooperation in
Geneva.
[2]Karl Scheel (1866–1936) was director of the Physical-Technical Section of the Physikalisch-
Technische Reichsanstalt and secretary of the Deutsche Physikalische Gesellschaft.
[3]Melida Scheel (?–1946).
[4]Presumably a reference to efforts toward bibliographic collaboration between Germany and
other Europeans countries (see Doc. 318).
285. To Paul Ehrenfest
[Berlin,] 12. VII. 24.
Lieber Ehrenfest!
Ein Brief von mir an Dich ist verloren
gegangen.[1]
Ich habe den sehr sympathi-
schen und feinen Herrn Dr. Loeb gebeten eine Erhöhung des Stipendiums auf 600
Dollar zu erwirken, da der arme Grommer mit seiner unglücklichen Statur mit we-
niger nicht auskommen
kann.[2]
Gefunden haben wir noch nicht viel. Je mehr man
den Quanten nachjagt, desto besser verbergen sie sich. Nach Pasadena möchte ich
in absehbarer Zeit nicht
gehen.[3]
Das beste was der Mensch haben kann von aussen
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