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So, jetzt grüss mir herzlich Onkel und Tante Mühsam und brüte Dein Ei vollends
aus, wie sichs für eine tüchtige Tochter geziemt und denk mit solchen Gefühlen,
die der Lage der Dinge recht gut angepasst sind an Deinen tugendsamen Knödel-
bäcker
A. Einstein.
Von Herrn Pringsheim habe ich noch keinerlei Nachricht über das
Experiment.[7]
Blieb durch ein Pech liegen bis Freitag. Gestern erhielt ich den Brief von Euch
beiden Flüchtlingen, mit dem famosen Gedicht von Onkel Hans. Die dunkeln An-
deutungen von gemachten Dummheiten machen mich neugierig; ich glaube aber,
dass in Tantes Brief schon die Aufklärung zu finden ist. Du armes Kind, dem zu
helfen mir verboten ist! Es ist eine kuriose Welt, in die wir hineingesetzt sind, um
uns teils selbst teils gegenseitig zu plagen. Ich wünsch Dir von Herzen Klarheit und
Seelenfrieden.
ALS (IsJNLI/Schwadron Mss. Collection, Einstein Collection). [120 909]. Written on letterhead
“Schloss Lautrach.” The envelope is addressed “Fräulein Betty Neumann Villa Martha, Niendorf a.
d. Ostsee” and postmarked “Lautrach 8. Aug 24 4–5N[ach]m[ittags].”
[1]Dated by reference to “Mittwoch” and the postmark.
[2]The Berlin residence of Neumann’s relatives, Hans Mühsam and Minna Mühsam-Adler.
[3]At the fourth session of the International Committee on Intellectual Cooperation (ICIC). During
the deliberations, the French government’s proposal to establish an International Institute of Intellec-
tual Cooperation in Paris was discussed. Einstein opposed the transfer of the ICIC from Geneva to
Paris due to the sensitivity to be expected in Germany. He received reassurances that such a move was
not planned (see Einstein 1924m [Doc. 314], League 1924, pp. 20–21, and Nathan and Norden 2004,
pp. 87–88).
[4]Hans Albert and Eduard Einstein.
[5]Elsa and Margot were vacationing on the island Hiddensee in the Baltic Sea (see Doc. 302).
[6]Camillus Brandhuber.
[7]Upon Einstein’s initiative, Peter Pringsheim was performing an experiment on magnetism (see
Doc. 303).
301. From Mikhail N. Pokrovsky
Moskwa, Sretenskij bul., d. 6, 13 awgusta 1924
Hochgeehrter Herr Professor.
Hiermit beehre ich mich, Ihr zweites geschätztes Schreiben vom 4. Juli d. J. zu
beantworten.[1]
Hoffentlich wird Ihnen unsere Beantwortung des auf die Herkunft
Zwecks Büchereinkaufs des Bevollmächtigten der Jerusalemer Bibliothek bezüg-
lichen Briefs bereits zugekommen
sein.[2]
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