D O C U M E N T 3 2 0 S E P T E M B E R 1 9 2 4 4 9 7
320. To Hayari Miyake[1]
Berlin, 13. IX. 24.
Lieber Herr Prof. Myake!
Wir haben sehr viel Freude mit den Bildern, die Sie uns von Ihrer lieben
Familie[2]
gesandt haben. Besonders das Bild Ihrer ältesten Tochter hat schon viele
Menschen entzückt. Uns geht es recht gut. Wir denken noch so oft an Japan und die
viele Freundlichkeit, die man uns dort erwiesen hat, auch an die verschiedenen
Krankheiten, die Sie mit so viel Freundlichkeit geheilt
haben.[3]
Ich schreibe Ihnen heute aus einem ganz besonderen Grunde. Ein Arzt hier, mit
dem ich gut befreundet bin, Herr Dr.
Mühsam[4]
hatte sehr gute Heilerfolge bei
Meningitis (Genickstarre), indem er den Patienten erhebliche Mengen Flüssigkeit
aus dem Rückenmark entnahm. Da ich gehört habe, dass in Japan gegenwärtig eine
Epidemie dieser tückischen Krankheit ist, denke ich, dass Sie dafür Interesse haben
werden. Die
Publikation,[5]
aus der Sie alles Nähere ersehen, geht mit gleicher Post
an Sie ab.
In der Hoffnung, das Sie und die Ihren froh und gesund sind bin ich mit herzli-
chen Grüssen Ihr dankbarer
A. Einstein.
ALS. [95 099].
[1]Miyake (1866–1945) was Professor of Surgery at Kyushu Imperial University. Einstein had met
him on his voyage to the Far East in late 1922 (see “Travel Diary Japan, Palestine, Spain” [Vol. 13,
Doc. 379], entry for 8 October 1922).
[2]Miyake had four children (see Vol. 13, Doc. 379, entry for 25 December 1922).
[3]Miyake had treated Einstein for gastrointestinal problems (see Vol. 13, Doc. 379, entry for
19 October 1922).
[4]Hans Mühsam.
[5]Mühsam, H. 1924.
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