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Mark davon habe ich aus eigenen Mitteln ausgelegt). Anbei erhalten Sie Unterstüt-
zungsvorschläge für sieben Einzelfälle, die wir Herrn Fedoroff zu verdanken
haben.[3]
Ich schliesse mich in dieser Beziehung dem Vorschlag von Frau Ehrenfest
an, inklusive der Anregung in den Fällen 2 und 7, die angegebene Summe zu über-
schreiten; Mit Rücksicht darauf, dass die betreffenden für viele zu sorgen haben
(ich denke etwa an 30% Ueberschreitung). Ebenso bin ich damit einverstanden,
dass 5000 Mark an die akademische Gruppe in Estland gegeben werden, derart,
dass den Leuten die Verwendung bezw. die Verteilung des Geldes im einzelnen
überlassen
wird.[4]
Dies dürfte möglich sein, da es sich, wie es scheint, um eine ge-
schlossene Organisation handelt. Wenn Sie die Adresse derselben kennen, steht der
sofortigen Absendung des Geldes kein Hindernis entgegen, andernfalls ersuche ich
Sie, die genauere Adresse abzuwarten. Wie Sie aus Frau Ehrenfests Brief ersehen,
hat sich ohne unsere Schuld die Information über die jugoslavische Gruppe
verzögert.[5]
Dass überhaupt etwas dahin gegeben wird, damit bin ich nun einver-
standen. Nach meiner Meinung durften wir nur nicht Organisationen mit vorwie-
gend eindeutiger politischer Tendenz unterstützen, da dies mit Recht als ein
Eingreifen in den politischen Kampf gedeutet werden könnte. Nach der Gesinnung
des einzelnen Mannes, den wir unterstützen, haben wir natürlich nicht zu fragen.
Ich will mich nun noch bemühen, Material aus Wien zu erhalten. Ich bitte Sie,
mir die beigelegten Briefe von Herrn Fedoroff und Frau Ehrenfest nach Einsicht-
nahme wieder
zuzusenden,[6]
und zeichne mit vorzüglicher Hochachtung Ihr
P. S. Für den Fall, dass wir nach Erledigung der erwähnten Stellen noch etwas Geld
übrig behalten, dürfte es nach
Ehrenfests[7]
und meiner Meinung am richtigsten
sein, diesen Rest der hiesigen russischen Akademie zu geben, deren Professoren
sich in einer beklagenswerten Situation befinden.
TLC. [44 750].
[1]The Russian Scientific Institute (see Doc. 337 and Abs. 529).
[2]The Verband jüdischer Studentenvereine.
[3]Michel Fedoroff (1858–1949) was the president of the Central Committee for the Patronage of
Russian University Youth. Einstein had presumably received the list from Tatiana Ehrenfest-
Afanassjewa, who had been expecting it from Fedoroff (see Abs. 515).
[4]For Russian academics who had fled from the Bolsheviks and established a Russian school there
(see Abs. 471).
[5]For details on the Yugoslav students, see Abs. 515.
[6]See Abs. 471.
[7]Paul Ehrenfest and Tatiana Ehrenfest-Afanassjewa.
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