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389. To Maja Winteler-Einstein and Paul Winteler
[Berlin, after 4 December
1924][1]
Liebe Maja und lieber Pauli!
Eure Briefe und das aus diesen herausleuchtende Glück zeigen mir, dass ich
meine holländischen Ersparnisse gut angewendet
habe.[2]
Nun habt Ihr für den Rest
Eurer Tage eine sichere Existenz nach Euerm eigenen Geschmack und könnt Euer
stilles Leben ohne Sorgen führen. Das meine ist interessant, aber ich muss eine
grosse Last durchschleppen; wenn man es angefangen hat, dann kann man nicht
mehr aufhören damit, bis man ins Gras beisst oder einen die Kräfte verlassen. Eines
aber möcht ich Euch ermahnen. Sorgt, dass Ihr nicht wieder in Schulden irgend
welcher Art kommt. Dazu ist notwendig, eine Reserve in Geld zu haben; denn das
Leben bringt stets unvorgesehene Lasten, für die man gerüstet sein muss, wenn
man nicht in Schwulitäten kommen will. Ich erlebe viel Freude an meinen Buben.
Albert[3]
ist ein ungewöhnlich tüchtiger Kerl bei aller Einfachheit und Bescheiden-
heit, und Tete hat neulich einen Preis bekommen bei einem öffentlichen Wettbe-
werb für eine
Zeichnung.[4]
Ich kann mir schwer denken, woher er dies Talent hat.
Ich freue mich immer, wenn ich mit ihnen zusammen sein kann—von einem Mal
aufs andere. Anfangs März fahre ich nach Argentinien; die plagen mich schon seit
Jahren, und ich habe nun (aus Liebe zum Meer) nachgegeben Ende Mai hoffe ich
wieder zurück zu sein. In dieser Zeit soll Euch ja
Margot[5]
besuchen. Die wird
glotzen, wenn sie Florenz sieht.
Beste Wünsche für das neue Jahr von Euerm
Albert.
ALSX. [29 401].
[1]Dated on the assumption that this is a reply to Doc. 388 and Abs. 563.
[2]In Doc. 388 and Abs. 563, Maja and Paul expressed their gratitude and joy at Einstein’s decision
to cover the debt on their house.
[3]Hans Albert Einstein.
[4]For Eduard’s prize, see Doc. 382.
[5]Margot Einstein.
390. From Paul Epstein
[Pasadena,] den 5. Dezember 1924
Hochgeehrter Herr Professor!
Vor einigen Monaten hat Millikan Sie auf telegraphischem Wege gebeten unse-
rem Institute die Ehre Ihres Besuches zu
schenken.[1]
Die nötigen Mittel waren sehr
spät frei geworden, und wir konnten daher die Einladung erst so kurz vor dem Ter-
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