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nämlich ängstlich und etwas germanophob, überhaupt nicht von freiem Blick in
Sachen, die seiner Wissenschaft ferner liegen. Wenn man aber nicht direkt an H.
gelangt, kann man auch nicht direkt an
Borel[6]
schreiben, der menschlich viel frei-
er ist–. So wird es schon recht werden.
P. S. Ich schreibe an P.
Langevin,[7]
mit dem ich herzlich befreundet bin, damit
dieser mit Painlevé spricht. So ist es am besten.

TTrL. Fragment. Appended to Doc. 429. [6 109.4].
[1]Dated by Otto Blumenthal.
[2]For Blumenthal’s request as to whether Einstein could extend invitations to Paul Painlevé and
Jacques Hadamard to participate in a tribute in the Mathematische Annalen to Bernhard Riemann on
the occasion of his 100th birthday in 1926, see Doc. 395.
Einstein had been very impressed with Painlevé during his visit to Paris in spring 1922 (see Ein-
stein to Elsa Einstein, 9 April 1922 [Vol. 13, Doc. 134]).
[3]Constantin Carathéodory had told Luitzen E. J. Brouwer that all requests for a French contribu-
tion to the Riemann volume would have to be channeled through Painlevé (see fragment of Constantin
Carathéodory to Luitzen E. J. Brouwer, 6 November 1924, appended to Doc. 429).
[4]Brouwer had expressed his opposition to inviting Painlevé to contribute to the Riemann volume
(see Luitzen E. J. Brouwer to Otto Blumenthal, 1 November 1924, appended to Doc. 429).
[5]Jacques Hadamard.
[6]Emile Borel (1871–1956) was Professor of Probability and Mathematical Physics at the Faculté
des sciences de Paris.
[7]See Doc. 398.
398. To Paul Langevin
Berlin, 16. XII. 24.
Lieber Langevin!
Ich freue mich, eine Gelegenheit zu haben, Ihnen zu schreiben. Denn dabei sehe
ich Sie vor mir, wie wenn wir zusammen sässen und plauderten, wie es hoffentlich
bald wieder sein wird.
Die Arbeit von De Broglie hat grossen Eindruck auf mich
gemacht.[1]
Er hat ei-
nen Zipfel des grossen Schleiers gelüftet. Ich komme in einer neuen Arbeit zu
Resultaten, die die seinigen zu stützen
scheinen.[2]
Sagen Sie ihm bitte meine
Hochachtung und Sympathie, wenn Sie ihn sehen. Ich will in unserem Kolloquium
über seine Ideen vortragen.
Ich bemerke zu meiner Freude, dass sich die Gesinnung der einflussreichsten
und erfahrensten Männer hier gegen Frankreich und gegen den Völkerbund sehr
zum Guten geändert hat; allerdings ist die Erleuchtung noch nicht bis zu der
„species minorum
gentium“[3]
vorgedrungen. Aber dies wird sicher kommen. Hier
höre ich dass
Painlevé[4]
an der französisch deutschen Verständigung arbeitet.
Möchte er auf hiesiger Seite die richtigen Männer finden! Falls ich in dieser Bezie-
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