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die Bedeutung dieses Unternehmens in vollem Masse würdigt, und dass sie der Bi-
bliothek der Jerusalemer Universität wohlwollend entgegenkommen wird.
Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung
A. Einstein
TLSX. [78 657].
[1]See Doc. 301.
[2]Pokrovsky had mentioned the sum of £15,000 (see Doc. 301).
[3]Anatoly K. Vinogradov.
[4]Alexander I. Braudo.
404. From Albert Wigand
Halle a. S., Kohlschütterstr. 9., 23. 12. 24.
Sehr geehrter Herr Professor:
Seit unserer Besprechung am 3.
Dez.[1]
habe ich nochmals eingehend geprüft,
ob bei den Flugzeugversuchen eine Eigenladung des Flugzeugs oder die Deforma-
tion des Erdfeldes um das Flugzeug herum einen Ueberschuss des Ionengehalts ei-
nes Vorzeichens vortäuschen kann, sei es durch Störung der Ionenverteilung in der
anströmenden Luft, oder durch Veränderung der Bahnen der in den Messkonden-
sator eintretenden Ionen. Man kann das ja angenähert rechnen (wie bereits von
Swann
ausgeführt[2]
für Beobachtungen am Erdboden), und es ergiebt sich, dass
die Luftgeschwindigkeit im Flugzeug von 30 m/sec gross ist gegen die maximal an-
zunehmenden Ionengeschwindigkeiten, sodass sowohl die Ionenverteilung in der
anströmenden Luft wie auch die Bahn der eintretenden Ionen praktisch ungeändert
bleibt. Es kann sich höchstens um einen Einfluss von wenigen Prozenten handeln,
wogegen der von mir in 5 km Höhe im Flugzeuge gemessene Ueberschuss der po-
sitiven Ladung über die negative 20% des Mittelwertes aus den beiden beträgt.
Es ist daher nicht zu erwarten, dass Versuche mit Variierung der Strömungsge-
schwindigkeit ein positives Ergebnis haben werden, da man doch immerhin mit
zeitlichen Schwankungen der Ionisation von mehreren Prozenten rechnen muss
von einem Versuch zum folgenden. Und auch wenn man zwei gleiche Apparate
nebeneinander gleichzeitig unter variierten Bedingungen arbeiten liesse, so wür-
den doch Abweichungen von wenigen % in die Versuchsfehlergrenze und in den
Rahmen örtlicher Schwankungen fallen. Ich beabsichtige daher nicht, solche Ver-
suche auszuführen, sondern will in anderer Richtung eindeutige Ergebnisse zu er-
zielen versuchen, wie wir es neulich schon besprochen haben. Meine früheren
Versuche mit Variierung der Aspirationsgeschwindigkeit, von denen ich neulich
sprach, sind im Laboratorium, also ohne Eigenladung des Apparats und ohne
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