D O C U M E N T 4 7 8 A P R I L 1 9 2 5 7 4 7
ich sehr schön wirken
können.[5]
Die Sache gewinnt auch hier gewaltig an Boden.
Gerade komme ich von einem kleinen Empfang der sephardischen Juden in ihrem
Tempel, der so schön war, dass ich habe heulen
müssen.[6]
Dabei wurde kaum ein
Wort geredet—merkwürdig.
Ich werde gerufen und muss fort. Ein andermal mehr. Aber fort muss der Brief
doch, weil ich nicht weiss, wann ich wieder zum Schreiben komme. Ich bin froh,
dass ich nun das Manuskript los bin und danke Dir für den Liebesdienst; besser so
als verbrannt oder
verkauft.[7]
Besonders letzteres wäre unwürdig gewesen.
Beste Grüsse an die Grosseltern, Euch und
Rudilse[8]
von Euerm
Albert.
ALS. [143 187]. Written on letterhead of “Bruno John Wassermann 579 Azopardo Buenos Aires.”
[1]Bruno Wassermann and Berta Wassermann-Bornberg.
[2]Presumably 20,000 Reichsmarks, which equaled $4,656.58 according to the exchange rate at the
time (see Vossische Zeitung, 25 April 1925). Einstein had been offered $4,000 as a joint honorarium
from five Argentinian universities, and 1,000 pesos from the University of Montevideo. In addition,
he had been offered $700 from La Prensa for a series of five articles (see Doc. 193 and Abs. 539).
[3]Rudolf Kayser and Ilse Kayser-Einstein. Margot Einstein.
[4]Doc. 455.
[5]In Buenos Aires, Einstein had attended a festive celebration on the occasion of the opening of
the Hebrew University, had visited the offices of the local Zionist executive, had given a lecture on
Zionism, and had attended a large Zionist reception (see Doc. 455, entries for 6, 16, 18, and 19 April
1925).
[6]See Doc. 455, note 69.
[7]A week earlier, Einstein had expressed his opposition to the donation of the manuscript of Ein-
stein 1916e. In the meantime, Elsa had arranged for its donation to the Hebrew University on the occa-
sion of its official opening (see Doc. 474 and Abs. 665).
[8]Rudolf and Fanny Einstein. Rudolf Kayser and Ilse Kayser-Einstein.
478. To Elsa and Margot Einstein
Montevideo 27. IV. 25.
Meine Lieben!
Nun bin ich schon eine halbe Woche in Montevideo, einer wunderhübsch gelege-
nen Hafenstadt. Es ist hier viel behaglicher als in Boenos A. Die Stadt ist kleiner,
hübscher angelegt. Ich wohne bei einem russischen Juden, der nur jiddisch und spa-
nisch
kann.[1]
Man überhäuft mich mit Ehren, dass ich kaum mehr jabsen kann, aber
in sehr treuherziger Weise. Das soll nun noch die ganze Woche so weitergehen.
Samstag 2.V. geht das
Schiff[2]
nach Rio ab und am 12. von dort nach Hamburg.
Heut muss ich vor der Vorlesung zum Aussenminister und Präsidenten, wahrend
heute morgen der Senatspräsident zwei Stunden mit mir
herum-gondelte.[3]
Hier be-
nimmt sich die deutsche Kolonie manierlicher, nachdem diejenige von B. A. sich
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