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schon eine andere Person gewählt haben. Aber auch für den Fall, dass dies bereits
geschehen ist, habe ich doch das Bedürfnis, durch diesen Brief meinen guten Wil-
len und meine—Courage zu dokumentieren. Falls etwas aus der Sache wird, würde
ich in der ersten Hälfte April kommen. Die Sprache wird mir allerdings sicher
Schwierigkeiten machen. Aber ich ziehe es doch vor, die Materie frei zu entwik-
keln als etwas Geschriebenes abzulesen. Die Formeln helfen ja viel und ein freund-
licher Fachgenosse wird Suffleur sein und die Worte herausziehen, die mir in der
Gurgel stecken bleiben. Allerdings wäre es vielleicht noch hübscher und fruchtba-
rer gewesen, wenn wir so eine Art Relativitäts-Kongresschen gemacht hätten, auf
dem ich nur Fragen beantwortet hätte; dabei würde mein mangelhaftes Ausdrucks-
vermögen weniger stören als bei einer mehr oder weniger vollständigen Exposition
der Theorie. Ich kann mir aber denken, dass Ihr durch die Statuten der Stiftung in-
bezug auf den Modus gebunden
seid.[4]
Es grüsst Sie herzlich Ihr
A. Einstein.
ALSX. [15 345].
[1]Year determined by reference to Doc. 56.
[2]Walther Rathenau was appointed Germany’s minister of foreign affairs on 31 January 1922.
Einstein’s initial response was negative (see Doc. 63). He and Rathenau most probably met at
Heinrich (Heinz) Rubens’s house on 4 March (see Rubens to Rathenau, 25 February 1922, in
Rathenau 2006, p. 2646).
[3]See Doc. 56 for Langevin’s invitation.
[4]The lectures that Einstein was invited to give were held under the auspices of the Fondation
Michonis (see Langevin’s description in Doc. 56).
70. From Paul Langevin
Paris
5e,
10 bis Boulevard de Port-Royal, le 8 Mars 1922
Mon cher ami,
Vous m’avez rendu très heureux en acceptant l’invitation du Collège de
France.[1]
Vous avez compris, et vos collègues comprendront certainement ce que
signifie le geste par lequel nous désirons, non seulement rendre un hommage mé-
rité à votre personne et à vos idées, mais encore ouvrir la voie à des relations
meilleures, qu’exige l’intérêt supérieur de l’esprit. Vous rendez, en acceptant, un
grand service à la cause du travail qui nous réunit tous.
Vous recevrez une lettre officielle de M. Croiset, administrateur du
Collège,[2]
que je vais voir tout à l’heure et que votre refus de la semaine dernière avait désolé.
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