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Zeitrichtung. Aber das sind nur subjektive Gründe, die sich vielleicht bei näherer
Betrachtung sogar zerstreuen lassen.
Wenn es doch möglich wäre, über diese Dinge ein paar Worte mündlich von Ih-
nen noch zu hören! Wir hoffen von Herzen, daß Sie uns die Freude bereiten
werden, in Rostock Station zu machen, wenn es Ihre Zeit nur irgend
gestattet.[9]
Über Warnemünde reisen Sie doch wohl unter allen Umständen? Im allerungün-
stigsten Falle bitte ich Sie uns wenigstens den Zeitpunkt Ihrer Durchreise wissen
zu lassen, damit die Möglichkeit gegeben ist, Sie im Zuge zu
begrüßen.[10]
Wir er-
hoffen eine recht günstige Nachricht und hegen die herzlichsten Wünsche für Ihr
Wohl. Nochmals innigen Dank für Ihren Brief! Mit der Bitte um beste Empfehlun-
gen an Ihre verehrte Frau Gemahlin Ihre dankbar ergebener
M. Schlick
P. S. Ein Exemplar der englischen Übersetzung von „Raum und Zeit“ werde ich
heute an Sie
abschicken.[11]
TLS. [21 576]. Significant variations between the text of this document and a draft dated 9 June 1920
(Manny Moser Collection, PA [73 830]) are noted.
[1]Doc. 47. In the draft, this sentence is missing.
[2]Einstein commented on a manuscript version of Schlick 1920a in Doc. 47.
[3]Einstein had argued that we could discover the law of gravitation also on the basis of never-
repeating events only, that is, even if we knew about its effect only from comets on different hyper-
bolic trajectories (see Doc. 47).
[4]In the draft, “phänomenologische” stands for “Prüfbare.”
[5]Hans A. Driesch (1867–1941) was Professor of Philosophy at the University of Cologne. In the
draft, the sentence in parentheses is missing.
[6]The debate is about whether or not the explanatory role of absolute space in Newtonian mechanics
satisfies the principle of causality, see Schlick 1920a, pp. 468–471, and Doc. 47.
[7]Schlick had argued that it is only by means of the concept of the gravitational field and its dif-
ferential equations that Mach’s postulate to conceive all motion as relative is satisfied (see Schlick
1920a, pp. 470–471). In the draft, the following text replaces the last two sentences of the paragraph:
“Was ich hier gegen Mach gern andeuten wollte, scheint mir dem tieferen Sinne nach auf einen Ge-
danken herauszukommen, den sie schon („Naturwissenschaften“ 1918, S. 699) so formuliert haben:
„Man könnte daran denken in die Gesetze der klassischen Mechanik statt der Koordinaten nur die
Abstände der materiellen Punkte voneinander einzuführen; man könnte a priori erwarten, daß auf sol-
che Weise sich das Ziel der Relativitätstheorie am einfachsten erreichen ließe. Die wissenschaftliche
Entwicklung hat aber diese Vermutung nicht bestätigt. Sie kann das Koordinatensystem nicht entbeh-
ren, muß also in den Koordinaten Größen verwenden, die sich nicht als Ergebnisse von definierbaren
Messungen auffassen lassen“. Vielleicht habe ich aber ganz Unrecht mit der Meinung, daß man sol-
che Erwägungen irgendwie gegen die Machsche Philosophie ausspielen könnte.” The internal quota-
tion is from Einstein 1918k (Vol. 7, Doc. 13), p. 117.
[8]Einstein had argued that more complete laws of nature might require constraints on the initial
conditions of spacelike hypersurfaces, and that the lawfulness of these constraints should be regarded
just as causal as the propagation along the timelike direction.
[9]Schlick was repeating an invitation that Einstein visit him on his way to or from Norway (see
Moritz Schlick to Einstein, 5 June 1920, in Calendar).
[10]In the draft, this sentence is formulated in the following way: “Im allerschlimmsten Falle ließe
sich vielleicht ein Zusammentreffen auf dem Rostocker Bahnhof bewerkstelligen und eine gemein-
same Fahrt von dort nach Warnemünde.”
[11]Schlick 1920c.
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