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DOCUMENT
52
AUGUST 1899
wichtiges
drinne
stand,
denn
sonst
würden
Sie
gewiß
gar
bitteren Groll
gegen
mich
hegen
& denken, ich sei ein
treuloser
Faulpelz.
Die Ferien
gehen
mir
in
glücklicher
Ruhe
dahin,
so
daß mir das Studium
Abwechslung ist,
nicht das
Faulenzen,
wie
wirs
von
unsrer
Haushaltung
her
gewöhnt sind.
Und
Sie
Gute
schreiben mir
noch,
daß Ihnen
die
Stopfkur
fürs
Examen
ganz gut thut,[4]
das
laß
ich
mir
gefallen.
Sie
sind halt
ein
Hauptkerl
&
haben
viel
Lebenskraft
&
Gesundheit in Ihrem kleinen Leibchen. Ich hab den Band
Helmholtz[5]
zurückgetragen
& studiere
gegenwärtig
noch einmal
aufs
Genaueste Hertz'
Ausbreitung
der elektrischen
Kraft.[6]
Der Anlaß dazu
war,
daß Helmholtz'
Abhandlung
über das
Prinzip
der kleinsten
Wirkung
in der
Elektrodynamik[7]
nicht verstand.
Es wird
mir immer mehr
zur Uberzeugung,
daß
die Elektro-
dynamik bewegter Körper,
wie
sie
sich
gegenwärtig darstellt,[8]
nicht
der
Wirklichkeit
entspricht,
sondern sich einfacher wird darstellen
lassen.
Die Ein-
führung
des
Namens
"Äther"
in die
elektrischen Theorien hat
zur
Vorstellung
eines
Mediums
geführt, von
dessen
Bewegung
man
sprechen
könne,
ohne daß
man
wie ich
glaube,
mit dieser
Aussage
einen
physikalischen
Sinn verbinden
kann.[9]
Ich
glaube,
daß elektrische Kräfte
nur
für den leeren Raum direkt
definierbar
seien,
von
Herz auch
betont.[10]
Ferner werden elektrische Ströme
nicht
als "Verschwinden
elektrischer Polarisation
in
der Zeit" sondern als
Bewegung
wahrer elektrischer Massen aufzufassen
sein,
deren
physikalische
Realität
die
elektrochemischen
Äquivalente
zu
beweisen scheinen.[11]
Mathe-
[4]
Maric
was preparing
for the interme-
diate examination
for
the
Diplom.
[5] Helmholtz 1895
(see
note
7).
[6]
Hertz
1892.
[7]
Helmholtz
1892, reprinted
in Helmholtz
1895, pp.
476-504. In addition
to his
own
papers,
Helmholtz
cites
only
Hertz
1890b in
this
paper.
[8] Hertz's
paper
on
the
electrodynamics of
moving
bodies
(Hertz
1890b) is
reprinted
in
Hertz
1892,
pp.
256-285.
[9] In Hertz's
formulation,
some assumption
is
needed about the motion of the ether
in
order
to
develop
an
electrodynamics
of
mov-
ing
bodies. The
explanation
of
a
large
class
of
"eigentlichen
elektrischen und
magnetischen
Erscheinungen"
does
not
depend
on
the
par-
ticular
hypothesis
made about the motion of
the
ether
within
moving
bodies
or
of
the
free
ether.
His theory
is
based
on
the
simplest as-
sumption
(that
the ether
is
fully
dragged
along
by
moving
bodies),
although he
was
aware
that this
hypothesis probably
would
not
ex-
plain
all
electrodynamic phenomena
(see
Hertz
1892,
pp.
256-258).
[10]
See
Hertz
1890a,
as
reprinted
in
Hertz
1892,
pp.
211-212,
for Hertz's definition of
"elektrische Kraft."
[11] Einstein used the
term
"elektrische
Masse"
as a
synonym
for electric
charge
(see
Doc.
37, note
138).
The
expression
"elektro-
chemische
Äquivalente" is a
reference
to
Faraday's
law
of
electrolysis.
Helmholtz
1881,
reprinted
in Helmholtz
1895, pp.
52-87, is
an
influential
account
of
the
significance
of
Fara-
day's law,
in
which Helmholtz drew the
con-
clusion that "atoms of
electricity"
exist
(p.
69).
See
also
Helmholtz
1893, as
reprinted
in
Helmholtz
1895, pp.
505-525, especially
p.
506.
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