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DOCUMENT
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SEPTEMBER 1896
Da aber
die
Salzsäure
30% ist
so
besteht für das Gewicht der verdünnten
Salzsäure
y
die
Gleichung
30:100
=
24,64:y
y
=
82,1
kg.
Nennen
wir
z
das
gesuchte
Volumen,
so
ist,
da das
spezifische
Gewicht der
Salzsäure
von
30%
1,15
ist
1:1,15
=
z:82,1
82,1
z
=
1,15
=
71,4l.
Es
entstehen also
71,4l
30%
Salzsäure.
Entstehende
Körper:
1)
Na2SO4
Glaubersalz.
Krystallisiert
mit
10
Molekülen
Krystallwasser,
ist
wie alle
Alkalisalze außer den Silikaten in Wasser
löslich,
hat einen bitteren
Geschmack,
und wird
in
der Medizin als Abführmittel
verwendet;
es
kommt
in
natürlichen Mineralwässern
vor.
Es ist ein
Entwicklungsstadium
beim
Sodaprozess,
wo es
dann durch Glühen mit Kohle
zu
Na2S (Schwefelnatrium
reduziert
wird.
2)
HCl Salzsäure.
Dieselbe
ist
ein
farbloses,
stechend riechendes
Gas, welches
sich
leicht in Wasser löst.
Es
besteht zwischen
spezifischem
Gewicht und
Prozentgehalt
der
Lösung
eine
Beziehung,
welche
man
in Tabellen verzeichnet
hat,
und
zwar so,
daß
bei
steigendem
Gehalt
von
HCl ihr
spezifisches
Gewicht
steigt.
Sie ist eine
ziemlich
kräftige Säure,
welche
Metalle lebhaft
angreift,
Lakmus rötet. Mit Ammoniak
zusammengebracht
bildet
sie
die
gas-
förmige
Salzsäure einen
Niederschlag[3] NH4C1.
Analog
siend[4]
Jod- Brom-
& Fluorwasserstoffsäuren.
ADS
(SzASa,
Erziehungsdirektion 1896,
Mappe Ks.
5,
no.
2270).
Examiner Paul
Liechti
(1843-1903)
wrote "Die
Salzsäure
ist etwas
kurz
behandelt, sonst 5."
at
the end of
the
essay.
[1] The date and time of the examination
are
given
in
Matura-Programm
1896.
[2] Should
be "30%."
[3] "einen
Niederschlag"
deleted,
and
"Nebel" interlineated
by
the examiner above
and below the deletion.
[4]
"e"
deleted and stroke
placed in left
margin
by
the examiner.
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