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grossen Maassstab anwenden, und daher müsste die freie Raumladung der Atmo-
sphäre wesentlich grösser sein, als man sie aus der Abnahme des Spannungsgefäl-
les mit der Höhenzunahme
berechnete.[3]
Das ist in der Tat der Fall, und da diese
schon in älteren Messungen angedeutete Tatsache in den neueren Beobachtungen
von mir und meinen Mitarbeitern quantitativ sicher und überraschend stark heraus-
gekommen ist, habe ich mir bisher vergeblich den Kopf darüber zerbrochen. Na-
türlich denkt man immer zuerst an Versuchsfehler, besonders solche prinzipieller
Art bei den verwendeten Messmethoden. Daher habe ich auch noch nicht in meinen
Veröffentlichungen darauf higewiesen. Fände ich nun von der theoretischen Seite
ein Weg zur Deutung, so wäre das sehr zu begrüssen. Ich würde Ihnen sehr dankbar
sein, wenn Sie die Freundlichkeit hätten, mir Näheres mitzuteilen.
Inzwischen erlaube ich mir, Ihnen die nachstehende Zusammenstellung mitzu-
teilen. Die Werte von mir und meinen Mitarbeitern sind bereits publiziert, und ich
habe Ihnen seinerzeit die betreffenden Sonderdruck zugeschickt: Physik. ZS. 22,
36,
1921[4]
(Ionengehalt gemessen bei Ballonfahrten und Flugzeugaufstiegen; ein
paar geringfügige Korrektionen, die noch anzubringen sind, bringen keine für die-
ses Problem wesentliche Aenderung; die abschliessende Publikation hierüber soll
demnächst in den Annalen erscheinen); Ann. d. Phys. 66, 261,
1921[5]
(Spannungs-
fääle gemessen bei Ballonfahrten bist fast 9 km Höhe).
1) Raumladungsdichte für den
cm3
in elektrostat. Einh., nach der Poissonschen
Gleichung aus der Aenderung des Spannungsgefälles mit der Höhe berechnet:
am Boden bis 2 m Höhe
(Daunderer[6])
+1.10–7
im Ballon nach älteren Messungen von 0 bis 1,5 km Höhe
1.10–9
1,5 1,5
0,2.10–9
Everling & Wigand
[7]
2,54 4,35
0,14.10–9
4,35 6,53 0,11
6,53 8,18 0,037
3,54 6,32 0,14
6,32 8,97 0,035
2) Raumladungsdichte für den
cm3
in el. stat. Einh. berechnet als Differenz
(E+–E–) aus den polaren Werten des Ionengehalts E+ und E–. Bei den älteren Mes-
sunden ist E+ und E– nicht gleichzeitig bestimmt worden und daher ungenauer als
bei unseren neueren Messungen, bei denen meist mit zwei Ionenzählern gleichzei-
tig für E+ und E– gearbeitet wurde. Ferner ist zu beachten, dass bei Messungen in
geringer Höhe ausser den in Ionenzähler gefangenen kleinen Ionen noch grössere
Ionen (Dunstteilchen mit Ladung,
Langevin-Ionen[8]
) vorhanden sind, deren La-
dung nicht in der Grösse (E+–E–) steckt. Die wirkliche Raumladung muss also in
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